Prof. Dr. Dipl.-Ing. Mathias Seeliger, Juryvorsitzender
Der diesjährige Klinische Forschungspreiswird verliehen an
Herrn Dr. Lukas Goerdt aus Bonn
für seine Arbeiten
Band Visibility in High-Resolution Optical Coherence Tomography Assessed
With a Custom Review Tool and Updated, Histology-Derived Nomenclature
Lukas Goerdt, Thomas A. Swain, Deepayan Kar, Gerald McGwin, Andreas Berlin, Mark E. Clark, Cynthia Owsley, Kenneth R. Sloan, Christine A. Curcio.
Trans. Vis. Sci. Tech. 2024;13(12):19
Extent and Topography of Subretinal Drusenoid Deposits Associate With Rod-Mediated Vision in Aging and AMD ALSTAR2 Baseline
Lukas Goerdt, Mohymina Amjad, Thomas A. Swain, Gerald McGwin, Mark E. Clark, Cynthia Owsley, Kenneth R. Sloan, Christine A. Curcio, Deepayan Kar.
Invest. Ophthalmol. Vis. Sci. 2024;65(10):25
Fluorescence Lifetime Imaging Ophthalmoscopy, Vision, and Chorioretinal Asymmetries in Aging and Age-Related Macular Degeneration: ALSTAR2
Lukas Goerdt, Mark E. Clark, Tracy N. Thomas, Liyan Gao, Gerald McGwin, Martin Hammer, Jason N. Crosson, Kenneth R. Sloan, Cynthia Owsley, Christine A. Curcio.
Invest. Ophthalmol. Vis. Sci. 2025;66(4):56
On behalf of the MACUSTAR consortium, Hyperreflective foci contiguous with the RPE associate with visual function in aging, early and intermediate AMD: MACUSTAR study report
Lukas Goerdt, Vanessa Basten, Jan H. Terheyden, Hannah Dunbar, Ulrich Luhmann, Nadia Zakaria , Sergio Leal, Klaus-Peter Moll, Stephen Poor, Adnan Tufail, Matthias Schmid, Robert P. Finger, Steffen Schmitz-Valckenberg,
Frank G. Holz, Marlene Saßmannshausen.
Am. J. Ophthalmol. 2026 (in print) https://doi.org/10.1016/j.ajo.2026.03.020
Herr Dr. Goerdt hat durch eine Reihe herausragender wissenschaftlicher Arbeiten wesentliche Beiträge zum Verständnis der Pathophysiologie und funktionellen Relevanz struktureller Biomarker bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) geleistet. Die hier prämierten Arbeiten zeichnen sich durch eine innovative Kombination aus multimodaler Bildgebung, quantitativer Analyse und funktioneller Validierung aus und adressieren zentrale Fragestellungen der translationalen Netzhautforschung.
Einen methodischen Grundpfeiler bildet die von Herrn Dr. Goerdt maßgeblich entwickelte, histologisch fundierte Nomenklatur für hochauflösende OCT-Bildgebung (<3 μm). Durch die Identifikation und standardisierte Beschreibung bislang nicht differenzierter retinaler Substrukturen schafft diese Arbeit eine wichtige Grundlage für zukünftige Struktur-Funktions-Analysen und die Entwicklung präziser Bildgebungsbiomarker.
Zudem konnte Herr Dr. Goerdt in einer Arbeit zur Quantifizierung subretinaler drusenoider Ablagerungen (SDD) mittels Deep Learning zeigen, dass insbesondere die topografische Ausdehnung dieser Läsionen eng mit der stäbchenvermittelten Dunkeladaption (RMDA) korreliert. Diese Ergebnisse liefern entscheidende Hinweise auf krankheitsrelevante Mechanismen bei AMD.
Ergänzend hierzu konnte er mithilfe der Fluoreszenz-Lebensdauer-Bildgebung (FLIO) zeigen, dass metabolische Veränderungen der Netzhaut eine ausgeprägte räumliche Asymmetrie aufweisen und eng mit der RMDA korrelieren. Diese Arbeit trägt zur funktionellen Interpretation neuer bildgebender Verfahren bei und eröffnet neue Perspektiven für die Früherkennung und Risikostratifizierung.
In einer weiteren veröffentlichten Arbeit im Rahmen der MACUSTAR-Studie zeigte
Herr Dr. Goerdt, dass hyperreflektive Foci, welche noch am retinalen Pigmentepithel haften (rpeHRF), unabhängig von anderen strukturellen AMD-Biomarker, mit Einschränkungen in verschiedenen Sehfunktionen assoziiert sind und somit als potentieller prognostischer Biomarker sowie als Selektionskriterium für klinische Studien dienen können. Diese Ergebnisse sind von unmittelbarer Bedeutung für die Planung zukünftiger therapeutischer Studien bei frühen und intermediären Stadien der AMD.
Gemeinsam ist allen Arbeiten ein klarer translationaler Ansatz: Strukturelle und metabolische Veränderungen der Netzhaut werden systematisch mit funktionellen Parametern verknüpft, um klinisch relevante Biomarker für Krankheitsprogression und therapeutische Studien zu identifizieren. Herr Dr. Goerdt leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung früher diagnostischer und prognostischer Marker bei AMD.
Ein wichtiger Aspekt für die PRO RETINA-Familie ist, dass die Arbeiten von Herrn Dr. Goerdt sich über eine erhöhte Studienqualität durch Verbesserung von klinischen Endpunkten und Biomarkern zweifellos sehr positiv für die betroffenen Patienten hinsichtlich der Diagnostik und Therapie von AMD und anderen Makulopathien auswirken werden.
Zusammenfassend stellen die eingereichten Arbeiten eine inhaltlich kohärente und wissenschaftlich exzellente Forschungsleistung dar, die sowohl methodisch und klinisch als auch für die betroffenen Patienten von hoher Relevanz ist.