Galerie der Preisträger 2026 – Forschungsförderungen

Forschungsförderung Netzhaut der DOG – Grundlagenwissenschaftliche Arbeiten

gestiftet von der Roche Pharma AG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin/Vorsitz)
Prof. Dr. Mike Karl (Dresden)
Prof. Dr. Alexa Klettner (Kiel)
Dr. Sven Schnichels (Tübingen)

 
Dr. Anna Sophia Jauch
Bonn

Laudatio


Prof. Dr. Olaf Strauß, Juryvorsitzender

Zur diesjährigen Ausschreibung zur Forschungsförderung Netzhaut der DOG – Grundlagenwissenschaft hat es drei Bewerbungen gegeben. Die eingesetzte Kommission aus Professor Alexa Klettner, Dr. Sven Schnichels, Professor Mike Karl unter dem Vorsitz von Professor Olaf Strauß hat die drei sehr hochwertigen Bewerbungen begutachtet und eine herausragende Kandidatin ermitteln können. Die Kommission ist sich einig, dass das Projekt

Nahinfrarot-Autofluoreszenz und neuartige hochauflösende OCT: Bedeutung ihrer Korrelation für die normale Alterung und die altersabhängige Makuladegeneration

eingereicht durch

Frau Dr. Anna Jauch aus Bonn

gefördert werden soll. Es handelt sich um ein Projekt mit sehr hohem Translationspotential, das auf einem innovativen Forschungsziel basiert, welches großes Potential für die longitudinale Untersuchung zum Verlauf der altersbedingten Makuladegeneration als auch für die Ursachenforschung der AMD aufweist.

Schon in den 90er Jahren konnte François Delori eine stetige Zunahme der Autofluoreszenz mit dem Alter in der Netzhaut feststellen. Forschung der danach folgenden Jahre hat belegen können, dass die Substanzen, die für die Autofluoreszenz verantwortlich sind
und sich im RPE anreichern, sich als toxisch für das RPE erwiesen haben. Das hier auszuzeichnende Projekt unternimmt eine hochauflösende Autofluoreszenzanalyse des RPE, durch welche die Organellen, die die Träger der Autofluoreszenz darstellen, identifiziert werden können. Die Lokalisation innerhalb einer jeden Zelle als auch in Abhängigkeit zur Lokalisation innerhalb des gesamten RPE Monolayers wird quantitativ erfasst. Hier zeichnen sich in den Vorarbeiten schon Spezifikationen in Form von Biomarkern für den Verlauf im Alterungsprozess als auch bei der AMD ab. Das wichtigste Ziel dieses Projektes wird es sein, die hochauflösenden Autofluoreszenzbilder als auch OCT-Bilder mit den Fluoreszenzmustern in histologischen Präparaten zu vergleichen.
Die Art der verschiedenen Organellen und deren Lokalisation wird auf histologischer Ebene bestätigt. Somit können hochauflösende Autofluoreszenzbilder als auch OCT-Bilder vom Patientenauge auf konkrete definierte histologische Strukturen zurückgeführt werden. Neue wohl definierte Biomarker sollten das Ergebnis der Studie sein.

Die Kommission wünscht der Projektleiterin, Frau Dr. Jauch, viel Glück mit dem Projekt und ist gespannt auf erkenntnisreiche Beiträge auf der DOG zum Stand der Ergebnisse.

Dr. Anna Sophia Jauch

Forschungsförderung Netzhaut der DOG –
Klinische Arbeiten

gestiftet von der Roche Pharma AG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Klaus Rohrschneider (Heidelberg/Vorsitz)
Prof. Dr. Hansjürgen Agostini (Freiburg)
Prof. Dr. Rainer Guthoff (Düsseldorf)
Prof. Dr. Tim U. Krohne (Köln)

Dr. Sophia Dithmar
Bonn

Laudatio


Prof. Dr. Klaus Rohrschneider, Juryvorsitzender

Im Namen der Preisjury der DOG gratulieren wir

Frau Dr. Sophia Dithmar aus Bonn

ganz herzlich zur Forschungsförderung der DOG, gestiftet von der Roche Pharma AG.

Es handelt sich hierbei um eine zum dritten Mal vergebene Forschungsförderung eines klinischen Projektes auf dem Gebiet der Netzhauterkrankung in Höhe von 20.000 € für ein Projekt mit einer Laufzeit von 2 Jahren. Das Projekt von Frau Dr. Dithmar aus der Universitätsaugenklinik Bonn

Catching AMD Early: ASHS-LIA and Delayed Dark Adaptation as Earliest Biomarkers

wurde hierbei einstimmig als bester Antrag aller Bewerbungen eingestuft.

Frau Dithmar hat bereits früh in ihrer Facharztausbildung wissenschaftlich gearbeitet und wird in ihrem Forschungsvorhaben durch die umfassenden Strukturen in Bonn eingehend unterstützt. Vorarbeiten zum Projekt sind bereits erfolgt. Das nun unterstützte Forschungsvorhaben adressiert eine bisher nicht beantwortete Frage zur Früherkennung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), bei der durch die Optimierung der Quantifizierung von ASHS-LIA (age‐related scattered hypofluorescent spots on late‐phase ICGA) ein Zusammenhang mit funktionellen Einschränkungen und den Auswirkungen auf die Lebensqualität erforscht werden soll. Damit können bessere prognostische Aussagen bereits im Frühstadium der AMD erfolgen. Das Projekt wird durch die Kollaboration mit Professor Cheung aus Singapur unterstützt, was den internationalen Stellenwert deutlich macht.

Wir wünschen Frau Dr. Dithmar viel Erfolg bei dem Forschungsvorhaben.

Dr. Sophia Dithmar

Forschungsförderung Versorgungsforschung der Stiftung Auge

gestiftet von der Roche Pharma AG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn/Vorsitz mit Stimmenhaltung)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Franz Grehn (Würzburg)
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)

Grußwort

Dr. Ralf Zerbes

Medical Group Lead Ophthalmologie, Roche Pharma AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Augenheilkunde gehört zu den faszinierendsten Disziplinen der modernen Medizin. Was uns verbindet, ist ein gemeinsames Ziel: Wir wollen die Sehkraft von Menschen erhalten und wirksame Antworten auf Erkrankungen finden, die für Betroffene oft einen gravierenden Einschnitt bedeuten.

Mit einer alternden Gesellschaft und der steigenden Zahl von Patientinnen und Patienten – etwa mit altersabhängiger Makuladegeneration, diabetischen Netzhauterkrankungen oder entzündlichen Augenerkrankungen – wachsen auch die Herausforderungen an uns und unser Gesundheitssystem. Damit Innovationen den Weg in den Versorgungsalltag finden, braucht es einen engen Schulterschluss zwischen Grundlagenforschung, klinischer Praxis und Industrie.

Unser aller Anspruch ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in richtungsweisende Therapien und Versorgungskonzepte zu übersetzen. Als Roche unterstützen wir diese partnerschaftliche Zusammenarbeit aus voller Überzeugung. Umso mehr ist es uns eine Herzensangelegenheit, herausragende wissenschaftliche Projekte gemeinsam mit der DOG, der Stiftung Auge und der Retinologischen Gesellschaft zu fördern und auszuzeichnen.

Den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern Frau Sophia Dithmar, Frau Dr. Anna Sophia Jauch, Frau Dr. Lucy Kessler und Herr Dr. Malte Jung gratuliere ich im Namen der Roche Pharma AG von ganzem Herzen. Ob durch Früherkennung, digitale Patientenbefragung oder gezielte Immunmodulation: Ihre exzellenten Projekte und Ihr Engagement bringen die Ophthalmologie entscheidend voran und eröffnen neue Perspektiven für die Versorgung von morgen.

Für Ihren weiteren wissenschaftlichen Weg wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Inspiration.

Herzlichst,

Dr. Ralf Zerbes

Medical Group Lead Ophthalmologie, Roche Pharma AG

Dr. Lucy Kessler
Heidelberg

Laudatio


Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitzender

Die Forschungsförderung Versorgungsforschung der Stiftung Auge, gestiftet von der Roche Pharma AG, erhält in diesem Jahr

Frau Dr. Lucy Kessler aus Heidelberg

Die nicht‑infektiöse Uveitis stellt eine chronisch‑entzündliche Augenerkrankung dar, die bei unzureichender Therapiekontrolle zu dauerhaftem Sehverlust führen kann, unter anderem durch Sekundärglaukom oder persistierendes polyzystoides Makulaödem. Typischerweise beschränkt sich die Verlaufskontrolle in der Standortversorgung durch krankheits-modifizierende Antirheumatika (DMARDs) auf drei‑ bis sechsmonatige Intervalle. Daher kann eine klinisch relevante Progression im Intervall über mehrere Wochen und etektiert bleiben, was eine zeitgerechte Therapie Modifikation verhindert und somit das Risiko vermeidbarer Folgeschäden erhöht. Da die Erkrankung bevorzugt Erwachsene im Erwerbsalter betrifft, sind neben dem medizinischen auch erhebliche sozioökonomische Konsequenzen zu berücksichtigen: Prolongierte Entzündungsaktivität kann zu eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und krankheitsbedingten Fehlzeiten führen. Daher hat eine frühzeitige Therapieanpassung sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich Nutzen.

In dem von Frau Dr. Lucy Kessler beantragten Projekt soll in einer randomisierten, verblindeten Studie untersucht werden, ob ein wöchentliches digitales Monitoring mittels patientenberichteter Outcomes (PROM) eine klinisch relevante Verschlechterung unter DMARD‑Therapie früher detektiert als die Standardversorgung mit den üblichen Intervallen. Damit einhergehend wird ein spezifischer, für die hochfrequente Verlaufserhebung entwickelter visuelle‑Analogskala‑ (VAS‑) basierter PROM‑Fragebogen erstmals psychometrisch validiert.

Die so gewonnenen Schätzparameter bilden die Grundlage für eine nachfolgende umfängliche multizentrische konfirmatorische randomisierte Studie und eröffnen die Möglichkeit, digitales PROM‑Monitoring als standardisiertes Instrument zur Therapiesteuerung bei Uveitis in die Regelversorgung zu überführen. Damit kann
potenziell „Outcome“ bei Patienten mit chronischer Uveitis verbessert werden.

Dr. Lucy Kessler

DOG-Auslands-Kurzzeitdozenturen

gestiftet von der DOG

Jurymitglieder

Dr. Dr. Robert Patrick Finger (Mannheim/Vorsitz)
Dr. Raimund Balmes (Ahlen)
Dr. Dr. Heiko Philippin (Freiburg)

Die folgenden Kurzzeitdozenturen werden 2026 von der DOG gefördert:

Prof. Dr. Alireza Mirshahi
Bonn

Kurzzeitdozentur Augenklinik der Avicenna Tajik State Medical University in Duschanbe, Tajikistan

Prof. Dr. Dr. Paul-Rolf Preußner
Mainz

Kurzzeitdozentur PCC1 Eye Services in Kamerun

Herr Mard Gerd Sieradzki
Düsseldorf

Kurzzeitdozentur Äthiopien

DOG-Forschungsförderung Tropenophthalmologie

gestiftet von der DOG-Sektion Internationale Ophthalmologie

Jurymitglieder

Prof. Dr. Dr. Robert Patrick Finger (Mannheim/Vorsitz)
Dr. Raimund Balmes (Ahlen)
Dr. Karsten Paust (Bonn)

Dr. Maximilian Hamann
Hannover

Laudatio

Prof. Dr. Dr. Robert Patrick Finger, Juryvorsitzender

Die diesjährige Forschungsförderung Tropenophthalmologie geht an

Herrn Dr. Maximilian Hamann aus Hannover

Herr Dr. Hamann hat 2021 sein Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover beendet und arbeitet seit 2022 als Arzt in Weiterbildung an der Augenklinik der MHH. Ehrenamtlich ist er im Project Sandbox e.V. tätig, das er gegründet hat.

Das von der DOG geförderte Projekt heißt

L.O.O.K. – Lombok Ophthalmic Outreach for Kids

und wird über Project Sandbox e.V. abgewickelt. Die Versorgung von Kindern mit Brillen ist in vielen Ländern des globalen Südens eine Herausforderung, die noch unzureichend gelöst ist. Der Effekt ist erheblich, insbesondere was schulische Leistungen angeht. Hier setzt auch das Projekt an, und screened auf refraktive Fehler in Grundschulen, gefolgt von einer Brillenversorgung wo notwendig. Die lokale Infrastruktur hierfür stellt die Augenklinik am Cahaya Medika Hospital in Lombok im Rahmen einer bereits etablierten Kooperation mit Sandbox e.V. und Herr Hamann begleitet das Ganze auch wissenschaftlich.

Für das Projekt und seine wissenschaftliche und klinische Laufbahn wünscht die DOG-Sektion Internationale Ophthalmologie Herrn Dr. Hamann gutes Gelingen und natürlich weiterhin viel Erfolg!

Dr. Maximilian Hamann

DOG-Doktorandenstipendien

gestiftet von der DOG

Jurymitglieder

PD Dr. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen/Vorsitz)
Prof. Dr. Maria-Andreea Gamulescu (Regensburg)
Dr. Maximilian Hamann (Hannover)
Dr. Antonia Howaldt (Köln)
Dr. Sven Schnichels (Tübingen)
Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin)

Die DOG verleiht auch 2026 Stipendien zur Durchführung von medizinischen Promotionen. Diese Form der Förderung erfreut sich kontinuierlich steigender Beliebtheit. In zwei Bewer-bungsrunden wurden von einer unabhängigen Fachjury die nachfolgenden Preisträger aus den zahlreichen, hochqualifizierten Einsendungen ausgewählt. Die Projekte decken ein weites Feld der experimentellen und klinischen Forschung in der Augenheilkunde ab. Ziel dieser Förderung ist es, motivierte Studierende bereits früh für die Augenheilkunde zu begeistern und sie bei der erfolgreichen Beantwortung ihrer Forschungsfragen zu unter-stützen.

Die Stipendien sind bei einer Förderlaufzeit von zehn Monaten mit 5.000 € dotiert. Die Preisträger stellen ihre Projekte im Folgejahr auf dem DOG-Kongress vor.

Im Jahr 2026 werden ausgezeichnet:

Oskar Anton
Halle/Saale

Leonard Dengel
Bonn

Fiona Brohlburg
Bonn

Lilly Sophie Dydymski
Dresden

Laura Eckardt Antunes
München

Stephan Moritz König
Mainz

Theresa Lipsky
Bonn

Anna Stoß
Heidelberg

Eloy Tontsch Dietz
München

David S. Heimann
Bonn

Julius Kukolja
Freiburg

Sarah Marxsen
München

Orbel Terosian
Essen