Galerie der Preisträger 2026 – Ehrungen

Ehrenmitglieder

Die DOG freut sich, auch in diesem Jahr wieder zwei Ophthalmologen, die sich in besonderer Weise um die Augenheilkunde und um die DOG verdient gemacht haben, die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.

Prof. Dr. med. Anat Loewenstein

Laudatio

Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach, Präsident der DOG

Prof. Loewenstein studierte Humanmedizin an der Tel Aviv University, an der sie auch ihre
Facharztausbildung in Ophthalmologie absolvierte. Im Anschluss vertiefte sie ihre klinischwissenschaftliche Spezialisierung in der Retinaforschung unter anderem im Rahmen eines Fellowship an der Wilmer Eye Institute der Johns Hopkins University in Baltimore, einem der weltweit führenden Zentren für ophthalmologische Forschung. Nach ihrer Rückkehr nach Israel setzte sie ihre akademische Laufbahn an der Tel Aviv University fort und wurde dort
zur Professorin für Ophthalmologie berufen. Seit vielen Jahren leitet sie die Abteilung für Ophthalmologie am Tel Aviv Medical Center (Sourasky Medical Center) und hat diese zu einem international anerkannten Zentrum für Retina- und Makulaforschung entwickelt. Unter ihrer Führung werden klinische Versorgung, wissenschaftliche Innovation und akademische Ausbildung auf höchstem Niveau miteinander verbunden.

Prof. Loewenstein zählt weltweit zu den führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Netzhauterkrankungen und der retinalen Bildgebung. Ihr wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 500 Artikel in Fachzeitschriften mit Peer-Review und mehrere Kapitel in Lehrbüchern der Augenheilkunde zu zentralen Themen der modernen Retinaforschung,
darunter altersabhängige Makuladegeneration, diabetische Retinopathie, vaskuläre Netzhauterkrankungen sowie innovative bildgebende Verfahren. Besonders prägend war ihr Beitrag zur Weiterentwicklung moderner OCT-basierter Diagnostik und zur klinischen Etablierung intravitrealer Therapien, die heute einen zentralen Bestandteil der Behandlung retinaler Erkrankungen darstellen. Ihre Arbeiten haben wesentlich dazu beigetragen, die diagnostische Präzision und therapeutische Entscheidungsfindung in der Retina-Medizin nachhaltig zu verbessern.

Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sich Prof. Loewenstein in herausragender Weise in internationalen Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Netzwerken. Sie ist seit 2011 Mitglied des EURETINA-Vorstands und aktuelle Präsidentin der European Society of Retina Specialists (EURETINA) und hat in dieser Funktion nicht nur die internationale Zusammenarbeit der Retinaforschung sowie die Weiterentwicklung klinischer Standards in Europa maßgeblich geprägt, sondern auch über viele Jahre in vielfältiger Weise kontinuierlich um die DOG verdient gemacht hat.

Darüber hinaus ist sie in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien tätig und wirkt als Herausgeberin und Gutachterin führender internationaler Fachzeitschriften. Von großer Bedeutung ist zudem ihr Engagement für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, das zahlreiche international herausragende Ophthalmologinnen und Ophthalmologen hervorgebracht hat.

Prof. Anat Loewenstein zeichnet sich durch fachliche Autorität, strategische Weitsicht und eine ausgeprägte kollegiale Offenheit aus. In ihrem Wirken vereinen sich wissenschaftliche Exzellenz, klinische Kompetenz und menschliche Zugewandtheit und begründen in besonderer Weise ihre Nominierung zur Ehrenmitgliedschaft der Deutschen
Ophthalmologischen Gesellschaft.

Prof. Dr. med. Anat Loewenstein

Prof. Dr. Norbert Pfeiffer

Laudatio

Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach, Präsident der DOG

Norbert Pfeiffer studierte Humanmedizin an den Universitäten Gießen, Newcastle upon Tyne, Würzburg, Freiburg und Cambridge. Seine ärztliche Approbation und Promotion mit der Auszeichnung summa cum laude erlangte er 1985 an der Universität Freiburg. Bereits während seiner Ausbildung wurde sein wissenschaftliches Talent durch mehrere renommierte Förderungen gewürdigt, darunter durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes sowie Stipendien des British Council und der Dr.-Carl-Duisberg-Stiftung.

Seine Ausbildung begann Prof. Pfeiffer 1985 als Assistenzarzt an der Universitäts-Augenklinik Freiburg, wo er 1990 als Facharzt für Augenheilkunde die Funktion eines Oberarztes übernahm. Noch im selben Jahr wechselte er als Oberarzt an die Universitäts-Augenklinik Mainz, wo er sich 1992 für das Fach Augenheilkunde habilitierte und die Venia legendi erhielt. Im selben Jahr wurde er zum Leitenden Oberarzt der Mainzer Universitäts-Augenklinik berufen und übernahm bereits 1995 als kommissarischer Leiter erstmals Verantwortung für die Klinik, die sich unter seiner späteren langjährigen Direktion zu einer der profilbildenden universitären Einrichtungen der deutschen Ophthalmologie mit internationaler wissenschaftlicher Sichtbarkeit entwickelte.

Das wissenschaftliche Werk von Prof. Pfeiffer ist eng mit der modernen Glaukomforschung verbunden. Seine Arbeiten haben wesentliche Beiträge zum Verständnis der Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung geleistet und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der klinischen Versorgung gegeben. Eine Vielzahl an Publikationen in internationalen Fachzeitschriften sowie die Mitwirkung an großen klinischen Studien und
Leitlinienprojekten dokumentieren seinen nachhaltigen Einfluss auf die evidenzbasierte Weiterentwicklung der Augenheilkunde. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Glaukompreis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der Nationale Chibret Award, der Filmpreis der DOG sowie der renommierte Prix Galien.

Ein weiteres prägendes Element seines Wirkens ist sein langjähriges Engagement in den ophthalmologischen Fachgesellschaften. Innerhalb der DOG hat Prof. Pfeiffer über viele Jahre hinweg aktiv an der wissenschaftlichen Arbeit und strategischen Weiterentwicklung der Gesellschaft mitgewirkt. Besonders hervorzuheben ist auch sein langjähriges Engagement im Vorstand der Stiftung Auge sowie als Mitglied der Programmkommission der
Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD). In dieser Funktion hat er maßgeblich dazu beigetragen, das wissenschaftliche Programm dieser größten Fortbildungsveranstaltung der deutschen Augenheilkunde mitzugestalten und deren hohe fachliche Qualität kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Von großer Bedeutung war zudem sein Engagement als akademischer Lehrer. Über viele Jahre hinweg hat Prof. Pfeiffer Generationen von Ärztinnen und Ärzten ausgebildet und wissenschaftlich begleitet. Viele seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben heute selbst verantwortliche Positionen in Klinik und Wissenschaft inne und tragen seine wissenschaftliche Haltung weiter.

Neben seinen fachlichen Leistungen wird Prof. Pfeiffer von Kolleginnen und Kollegen in besonderer Weise für seine herausragende Persönlichkeit geschätzt. Sein Wirken ist geprägt von intellektueller Klarheit, wissenschaftlicher Integrität und einer ausgeprägten kollegialen Haltung. Er verbindet akademische Autorität mit Besonnenheit und Dialogbereitschaft und hat sich damit über viele Jahre hinweg großen Respekt innerhalb der ophthalmologischen
Gemeinschaft erworben.

Prof. Dr. Norbert Pfeiffer

Stifter:

Albrecht-von-Graefe-Medaille
Stifter: DOG e.V.

The Albrecht von Graefe Medal is DOG’s most prestigious award and is presented only every ten years to an individual who — regardless of nationality — has made outstanding contributions to the advancement of ophthalmology.

Jurymitglieder

Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg/Vorsitz)
Prof. Dr. Gerd Auffarth (Heidelberg)
Prof. Dr. Claus Cursiefen (Köln)
Prof. Dr. Anja Eckstein (Essen)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Wolf Lagreze (Freiburg)
Prof. Dr. Karin Löffler (Bonn)
Prof. Dr. Verena Prokosch (Mainz)
Prof. Dr. Ursula Schlötzer-Schrehardt (Erlangen)
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)

Prof. Dr. Carl Arndt (Reims)
Prof. Dr. Andrea Cusumano (Rom)
Prof. Dr. Heinrich Heimann (Liverpool)
Prof. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg (Salt Lake City)
Prof. Dr. Dr. Michael Thiel (Luzern)
Prof. Dr. Sebastian Wolf (Bern)

With the Albrecht von Graefe Medal, the DOG honours a lifetime of scientific excellence, clinical innovation, and extra ordinary dedication to ophthalmology.

Prof. Dr. Alan C. Bird
London


Laudatio

Prof. Dr. Horst Helbig, Juryvorsitzender

Alan Bird started his training in ophthalmology at St. Bartholomew’s Hospital in London in 1962. His first interest was in neuro-ophthalmology, so he spent a year as Senior House Officer in neurosurgery. In 1965 he was an employee of Moorfields Eye Hospital. In the years 1968 and 1969, he completed a fellowship at Bascom Palmer Eye Institute in Miami. He was a close friend of Donald Gass, who had a great influence on him. In August 1969, Alan Bird returned to the Moorfields Eye Hospital. In the years after he developed his unit into one of the world’s leading institutions in the field of Medical Retina. In 1976 he became Professor of Clinical Ophthalmology and he retired in October 2006. He still works as a Honory Consultant at Moorfields Eye Hospital.

Alan Bird’s main interests are age-related macular degeneration and dystrophic diseases
of the retina. Along with John Marshall and Daniel Pauleikhoff he examined age-related changes in Bruch’s membrane. With A. Hoskins, he was the first to recognize tears of the retinal pigment epithelium. His group described a number of genotype-phenotype correlations and identified unknown gene mutations in various retinal diseases. With Fitzke and Frank Holz, he introduced fundus autofluorescence as a diagnostic tool in retinal diseases. Recently he has published on the subject of active macular telangiectasia.

Alan Bird also worked on sickle cell disease in Jamaica and onchocerciasis in Africa.
His scientific publications are amazing, with over 450 works in peer-reviewed journals and more than 80 articles in books. He worked on the editorial board of the journal Investigative Ophthalmology and Vision Science and a number of other journals. He is a foreign advisor to INSERM (Institut national de la santé et de la recherche médicale), member of the Scientific Committee for AMD of the DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) and an

ad hoc member of the Board of Scientific Counsellors of the NEI in Bethesda.

Alan Bird has given more than 60 named lectures, including the Duke-Elder Lecture, the Lecture Doyne, the Jackson Memorial Lecture, the Donders Lecture, the Bowman-Lecture, the Jules François Lecture to name only some of the most prestigious. He is an Honorary Fellow of the Royal Society of Medicine, the Royal College of Ophthalmologists, the American College of Surgeons, the South African College of Ophthalmologists. He was
the recipient of the 2008 Laureate Recognition Award of the American Academy of Ophthalmology, and received the 2003 ICO Golden Apple Award for his teaching.

He is a gifted speaker and an excellent teacher who trained many young ophthalmologists from around the world. The jury is deeply honored to recognize a visionary whose profound dedication, brilliant mind, and generous spirit continue to inspire the global ophthalmic community.

With highest respect and gratitude, the DOG feels deeply honored.

Prof. Alan C. Bird

Theodor-Leber-Medaille

Mit der Theodor Leber Medaille werden Personen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die wissenschaftliche Augenheilkunde oder die DOG verdient gemacht haben und die selbst nicht Augenärzte sind.

Anne-Katrin Döbler
Stuttgart

Senior Vice President Communications, Thieme


Laudatio

Prof. Dr. Frank G. Holz, Schriftführer der DOG

Die Theodor-Leber-Medaille ist eine Auszeichnung, die die Deutsche Ophthalmologische Gesellschafft an herausragende Persönlichkeiten vergibt, die selbst nicht Augenärztinnen und -ärzte sind, sich aber in besonderer Weise um die Augenheilkunde und die DOG verdient gemacht haben.

Die Entscheidung erfolgt in einem mehrstufigen Wahlverfahren. Das Geschäftsführende Präsidium berät und entscheidet über einen Wahlvorschlag, den es im Gesamtpräsidium der DOG vorlegt und dieses entscheidet dann über die Vergabe dieser hohen Auszeichnung der DOG.

Die Theodor-Leber-Medaille wird in diesem Jahr verliehen an

Frau Anne-Katrin Döbler aus Stuttgart

stellvertretend für das Presseteam der DOG.

Frau Döbler hat sich in herausragender Weise um die Augenheilkunde und die DOG verdient gemacht.

Sie spezialisierte sich im Bereich der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Public Affairs und bekam die Aufgabe innerhalb der Thieme Gruppe die Medienarbeit für den dazu-gehörigen Ratgeberverlag TRIAS aufzubauen. Berufsbegleitend studierte sie an der Fernuniversität Hagen Literaturwissenschaften, Geschichte und Psychologie, was sie beendete, als sie die Leitung des Bereichs Kommunikation für die gesamte Thieme Gruppe übernahm – einem der großen Anbieter medizinischer Gesundheitsinformationen und -dienstleistungen in Deutschland. 2001 begann sie, ein Agenturgeschäft für medizinische Fachgesellschaften und Organisationen im Gesundheitswesen aufzubauen.

Anne-Katrin Döbler engagiert sich für die Weiterentwicklung des Wissenschaftsjournalismus sowie der Public Relations (PR) – auch und gerade in Zeiten der Digitalisierung. Für ihre Internet-Aktivitäten wurde sie mit ihrem Team im Jahr 2014 mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation ausgezeichnet. Als Mitglied der Kommission Kommunikation der Deutschen Fachpresse und Mentorin der Deutschen Public Relations Gesellschaft für Nachwuchskräfte in der PR setzt sie sich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen der Profession in einer sich veränderten Welt ethischen und qualitativ hochwertigen Maßstäben entsprechen. Regelmäßig bildet sie selbst mit ihrem Team junge Wissenschaftsjournalisten und PR-Experten aus. Ihr besonderes Interesse gilt gesamtgesellschaftlichen und politischen Entwicklungen innerhalb des Gesundheitswesens und weit darüber hinaus.


Im Rahmen der von ihr aufgebauten und geleiteten PR‑Agentur betreuen sie und ihr Team die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft seit dem Jahr 2008.

Sie hat dabei wesentlich zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft beigetragen und dabei richtungsweisend Strategieentwicklungen auf den Weg gebracht, die den Kommunikations- und PR‑Bereich der DOG in höchstem Maße professionalisiert haben. Hierzu zählen unter anderem von ihr konzipierte, moderierte Pressekonferenzen bis zu hohen Präsenzen in Social‑Media‑Kanälen. Die von ihr und ihrem Team verantworteten Pressemitteilungen finden sowohl in den Print‑ als auch in den Onlinemedien eine enorme Verbreitung und Resonanz. Damit wird auch ein wesentlicher Beitrag zu Aufklärung und Vorsorge geleistet. Frau Döbler berät die DOG in Fragen der Gesundheit- und Forschungspolitik. In diesem Zusammenhang hat sie das Konzept der parlamentarischen Abende der DOG im Deutschen Bundestag mit initiiert und unter anderem damit in erheblichem Umfang dazu beigetragen, die Sichtbarkeit der deutschen Augenheilkunde auch auf der politischen Bühne erheblich zu steigern.

Viele in den Pressemitteilungen adressierte Empfehlungen sind von unmittelbarer praktischer Relevanz für die Erhaltung der Augengesundheit.

Das Maß der Verbundenheit, die Frau Döbler für die augenheilkundliche Forschung und Versorgung an den Tag legt, geht weit über das zu erwartende, professionelle Engagement hinaus. Dafür sind wir außerordentlich dankbar.

Das geschäftsführende Präsidium und das Gesamtpräsidium der DOG gratulierten Frau Anne‑Katrin Döbler zur Auszeichnung mit der Theodor‑Leber‑Medaille 2026.

Anne-Katrin Döbler
Copyright: Thieme