Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitzender
Der Preis für die Forschungsförderung Versorgungsforschung der Stiftung Auge, gestiftet von der Roche Pharma AG, wird in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Projekte vergeben.
Frau Dr. Anna Maria Voigt aus Mainz
erhält die Forschungsförderung Versorgungsforschung für Ihr Projekt
Kosten von neu-aufgetretener Sehbehinderung und Blindheit
In Deutschland leben rund 500.000 Blinde und 1 Million Sehbehinderte. Hauptursachen für schwere Sehbehinderungen und Blindheit sind altersbedingte Makuladegenerationen, Glaukom und diabetische Augenerkrankungen. Eine Zunahme der Personen mit schwerer Sehbehinderung und Blindheit zeigt sich aufgrund der Bevölkerungsalterung. In Deutschland hat jede Person, die unter Blindheit im Sinne des Gesetzes leidet, Anrecht auf eine einkommensunabhängige Sozialleistung, die ja nach Bundesland variiert. Im Rahmen dieser Studie soll betrachtet werden, wie die direkten und indirekten Kosten von Sehbehinderung in Deutschland bei neu aufgetretenen Erblindungen liegen. Darüber hinaus soll erfasst werden, inwiefern die geschilderte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen (Ressourcen) mit dem subjektiven Bedarf betroffener Personen übereinstimmt. Anhand dieser Primärdatenerhebung wird zudem betrachtet werden, wie die Ausgaben zur Behebung möglicher Barrieren im häuslichen Umfeld etc. bei Personen mit schwerwiegender Seheinschränkung waren, die sich zur Blindengeldbegutachtung vorstellen. Diese Studie wird somit wichtige Daten sowohl zur subjektiven als auch objektiven Versorgung von neu stark seheingeschränkten Personen liefern, die eine verbesserte Versorgung dieser vulnerablen Personen ermöglicht. Gerade dieser Gruppe der Gesellschaft mit oftmals wenig oder keiner Aussicht auf Heilung ihrer Erkrankung, sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Die Universitätsklinik Mainz ist für die geplante Datenerhebung besonders geeignet, auch aufgrund der im Projektantrag angegebenen sehr hohen Zahl durchgeführter Blindengutachten. Frau Dr. Anna Maria Voigt besitzt alle erforderlichen Voraussetzungen und wird als engagierte Nachwuchswissenschaftlerin dieses Projekt mit erstmals in Deutschland erfassten direkten und indirekten Kosten von neu-aufgetretener Erblindung zum Erfolg führen.