Galerie der Preisträger 2024 – Forschungsförderungen

Forschungsförderung Netzhaut der DOG – grundlagenwissenschaftliche Arbeit

gestiftet von der DOG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin/Vorsitz)
Prof. Dr. Mike Karl (Dresden)
Prof. Dr. Marius Ueffing (Tübingen)
Prof. Dr. Salvatore Grisanti (Lübeck)

Dr. Katharina Wall
Bonn

Laudatio


Prof. Dr. Olaf Strauß, Juryvorsitzender

Biomarker ermöglichen Absicherungen von Diagnosen, Verlaufskontrollen, Bewertung des Schweregrades oder therapierelevante Unterklassifizierungen von Netzhauterkrankungen. Häufig entsteht die Definition solcher Biomarker aus dem klinischen Alltag durch Korrelationsanalysen heraus, sind aber oft auch aus der Ursachenforschung begründet und basieren dann damit auf konkreten pathophysiologischen Prozessen.


Diese Brücke auf der Suche nach pathophysiologisch begründeten Biomarkern baut das Projekt
„Fluoreszenz-Lebensdauer-Messungen zur Charakterisierung des Retinalen Pigmentepithels bei altersabhängiger Makuladegeneration“ eingereicht durch Frau Dr. Katharina Wall aus Bonn.
Das translationale Potential des Projektes ist groß. Dieses Potential hat auch die Jury gesehen und diese Bewerbung mehrheitlich hoch bewertet. Daher freuen wir uns, den diesjährigen Preis „Forschungsförderung Netzhaut der DOG – Grundlagenwissenschaftliche Arbeit“ an Frau Dr. Katharina Wall zu verleihen.

Das Projekt basiert auf dem Nutzen der Autofluoreszenzanalysen der Netzhaut bei Patienten mit hochauflösender Funduskopie. Die Autofluoreszenz basiert auf den Lipofuszinanreicherungen im RPE, die zu metabolischem Stress führen und damit den Degenerationsprozess einleiten/beschleunigen können. Bisher war es jedoch nicht möglich, den metabolischen Stress durch die Fluoreszenzmessung zu begründen, was bisher weitestgehend über Zellkulturmodelle geschah, und somit Indizien bewertet wurden. Die Studie von Frau Dr. Wall wird den Weg ebnen, die Aussagen zum Metabolismus durch Fluoreszenzmessungen am Spenderauge zu treffen. Das Projekt sieht vor, anhand von Netzhautschnitten und Augen von altersgemachten Kontrollen sowie AMD Patienten eine Technik anzuwenden, die durch Darstellung neuer Fluoreszenzeigenschaften die Korrelation zwischen Fluoreszent und Metabolismus erbringt. Dies erfolgt über eine dynamische Messung, die die Zeit bestimmt, wie lange die Fluoreszenz nach Anregung erhalten bleibt. Eine Verlängerung der Fluoreszenzlebensdauer korreliert mit einer Verminderung der Stoffwechselaktivität. Die Verwendung ganzer Augen bringt die Methode nahe an die klinische Anwendung heran. Die sehr guten Vorarbeiten untermauern das Potential der Bewerbung.

Die DOG fördert mit diesem Preis ein vielversprechendes Projekt hoher translationaler Relevanz. Die Jury gratuliert im Namen der DOG sehr herzlich der Preisträgerin.

Forschungsförderung Netzhaut der DOG – klinische Arbeit

gestiftet von der DOG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Klaus Rohrschneider (Heidelberg/Vorsitz)
Prof. Dr. Tim U. Krohne (Köln)
Prof. Dr. Hansjürgen Agostini (Freiburg)
Prof. Dr. Rainer Guthoff (Düsseldorf)

Dr. Marlene Saßmannshausen

Julius Ameln, PhD
beide aus Bonn

Laudatio


Prof. Dr. Klaus Rohrschneider, Juryvorsitzender

Im Namen der Preisjury der DOG gratulieren wir Frau Dr. Marlene Saßmannshausen & Herrn Julius Ameln, PhD beide aus Bonn ganz herzlich zur Forschungsförderung Netzhaut der DOG, gestiftet von der Roche Pharma AG.
Es handelt sich hierbei um eine erstmalig vergebene Forschungsförderung eines klinischen Projektes auf dem Gebiet der Netzhauterkrankung in Höhe von 20.000 Euro für ein Projekt mit einer Laufzeit von 2 Jahren.

Das gemeinsame Projekt von Frau Dr. Marlene Saßmannshausen und Herrn Ameln aus Bonn „Untersuchung der in-vivo Photorezeptorfunktion an „complete retinal-pigment- epithelium and outer retinal atrophy (cRORA)“ Läsionen bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) mittels klinisch konventioneller und adaptive optics scanning light ophthalmoscopy (AOSLO) basierter Mikroperimetrie“ wurde insgesamt mit Abstand als bester Antrag aller Bewerbungen eingestuft.

Frau Saßmannshausen hat sich seit Beginn ihrer Weiterbildung in Bonn im Jahre 2019 vor allem mit hochauflösenden, bildgebenden Verfahren sowie deren detaillierten Funktionskorrelation bei Patienten mit AMD beschäftigt. Neben einer Vielzahl von hochrangigen wissenschaftlichen Publikationen im Bereich der frühen und intermediären AMD hat sie für ihre Forschungsergebnisse speziell zur umfassenderen Funktionsprüfung bei AMD bereits zahlreiche Preise erhalten.
Aufbauend auf diesen Vorarbeiten erscheint die geplante Forschungsstudie sehr vielversprechend, um eine noch bessere Korrelation zwischen morphologischen Veränderungen und der dadurch hervorgerufenen Funktionsminderung zu erfassen und damit eine klinisch wichtige und unverändert offene Diagnostik zu ermöglichen.

Gerade die Zusammenarbeit mit Herrn Ameln mit Forschungsschwerpunkt auf der Korrelation von klinischer Bildgebung mit der AOSLO Bildgebung und Funktionstestung in gesunden sowie kranken Augen lässt hier einen Erfolg der Studie im Rahmen der beantragten Forschungsförderung erhoffen.

Forschungsförderung Versorgungsforschung der Stiftung Auge
Stifter: Roche Pharma AG

gestiftet von der Roche Pharma AG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn/Vorsitz mit Stimmenhaltung)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Franz Grehn (Würzburg)
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)

Dr. Anna Maria Voigt (Mainz)

Laudatio


Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitzender

Der Preis für die Forschungsförderung Versorgungsforschung der Stiftung Auge, gestiftet von der Roche Pharma AG, wird in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Projekte vergeben.

Frau Dr. Anna Maria Voigt aus Mainz

erhält die Forschungsförderung Versorgungsforschung für Ihr Projekt

Kosten von neu-aufgetretener Sehbehinderung und Blindheit

In Deutschland leben rund 500.000 Blinde und 1 Million Sehbehinderte. Hauptursachen für schwere Sehbehinderungen und Blindheit sind altersbedingte Makuladegenerationen, Glaukom und diabetische Augenerkrankungen. Eine Zunahme der Personen mit schwerer Sehbehinderung und Blindheit zeigt sich aufgrund der Bevölkerungsalterung. In Deutschland hat jede Person, die unter Blindheit im Sinne des Gesetzes leidet, Anrecht auf eine einkommensunabhängige Sozialleistung, die ja nach Bundesland variiert. Im Rahmen dieser Studie soll betrachtet werden, wie die direkten und indirekten Kosten von Sehbehinderung in Deutschland bei neu aufgetretenen Erblindungen liegen. Darüber hinaus soll erfasst werden, inwiefern die geschilderte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen (Ressourcen) mit dem subjektiven Bedarf betroffener Personen übereinstimmt. Anhand dieser Primärdatenerhebung wird zudem betrachtet werden, wie die Ausgaben zur Behebung möglicher Barrieren im häuslichen Umfeld etc. bei Personen mit schwerwiegender Seheinschränkung waren, die sich zur Blindengeldbegutachtung vorstellen. Diese Studie wird somit wichtige Daten sowohl zur subjektiven als auch objektiven Versorgung von neu stark seheingeschränkten Personen liefern, die eine verbesserte Versorgung dieser vulnerablen Personen ermöglicht. Gerade dieser Gruppe der Gesellschaft mit oftmals wenig oder keiner Aussicht auf Heilung ihrer Erkrankung, sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die Universitätsklinik Mainz ist für die geplante Datenerhebung besonders geeignet, auch aufgrund der im Projektantrag angegebenen sehr hohen Zahl durchgeführter Blindengutachten. Frau Dr. Anna Maria Voigt besitzt alle erforderlichen Voraussetzungen und wird als engagierte Nachwuchswissenschaftlerin dieses Projekt mit erstmals in Deutschland erfassten direkten und indirekten Kosten von neu-aufgetretener Erblindung zum Erfolg führen.

Dr. David Fink (Bonn)

Laudatio


erhält die Forschungsförderung Versorgungsforschung für sein Projekt

Prognostische Relevanz von Biomarkern in der Bildgebung bei Patienten des TOFU-Registers (Treatment exit options for noninfectious uveitis)

Das TOFU-Register, das unter der Schirmherrschaft der DOG-Sektion Uveitis steht, erfasst die Krankheitsverläufe von Patienten mit nicht-anteriorer, nicht-infektiöser Uveitis. Ziel ist es, mehr Evidenz zur Behandlung und insbesondere zur Reduktion der immunsuppressiven Therapie zu schaffen. In den 34 teilnehmenden Zentren in Europa wurden bisher fast 1.200 Patienten aufgenommen, deren Behandlungsverläufe detailliert in einer umfassenden Datenbank erfasst werden. Innerhalb des Projekts ist ein Bildmodul etabliert, das bis jetzt die therapiebegleitende multimodale Bildgebung von 563 Patienten beinhaltet. Im beantragten Projekt soll zunächst die Bilddatenbank anhand etablierter bildmorphologischer Biomarker charakterisiert werden, welche schon heute essentiell für die Diagnose und das Therapiemonitoring sind. Anschließend wird deren prognostische Relevanz im Zusammenhang mit Therapieentscheidungen analysiert. Die Analyse des Bildmoduls ist wesentlich um im Rahmen des TOFU-Registers umfassende Leitlinien zur Therapiereduktion bei nicht-anteriorer nicht-infektiöser Uveitis zu erarbeiten. Darüber hinaus bietet diese umfassende Bilddatenbank mit langfristig dokumentierten Behandlungsverläufen eine hervorragende Grundlage, um in Zukunft KI-basierte Bildanalysealgorithmen zu trainieren und zu validieren.

Das Projekt ist auch fest verankert in der DOG-Sektion Uveitis. Das nun beantragte Projekt ist eine logische und wichtige Fortführung der bisherigen Forschungsprojekte von Herrn Dr. Fink. Sicherlich leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Nutzbarmachung der TOFU-Register-Daten für die Leitlinienentwicklung und perspektivisch zur Verbesserung des Managements von komplexen Uveitis-Patienten für bessere Langzeitergebnisse der Behandlungen.

DOG-Auslands-Kurzzeitdozenturen

gestiftet von der DOG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Robert Finger (Bonn/Vorsitz)
Dr. Raimund Balmes (Ahlen)
Prof. Dr. Guido Kluxen (Wermelskirchen)

Dr. Hans-Joachim Miertsch
(Eckenförde)

Kurzzeitdozentur in Tansania

Prof. Dr. Alireza Mirshahi
(Bonn)

Kurzzeitdozentur IVOM Kurs für Tajikistan

Prof. Dr. Nhung X. Nguyen
(Tübingen)

Hochschulpartnerschaft im Fach Augenheilkunde zwischen Deutschland und Vietnam

Prof. Dr. Dr. Paul-Rolf Preußner
(Mainz)

Kurzzeitdozentur PCC1 Eye Services in Kamerun

DOG-Forschungsförderung Tropenophthalmologie

gestiftet von der DOG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Dr. Robert Patrick Finger (Mannheim/Vorsitz)
Dr. Raimund Balmes (Ahlen)
Dr. Karsten Paust (Bonn)

Den Preisträgern gratulieren wir recht herzlich zu diesen großartigen Forschungsvorhaben.
Wir wünschen Ihnen beiden weiterhin viel Freude am wissenschaftlichen Arbeiten und für Ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg!

Dr. Clara Haubold (Freiburg)

für ihr klinisches bilaterales Forschungsprojekt in Deutschland und Tansania: Realität und Herausforderungen der Glaukomversorgung in Nordtansania & Süddeutschland

Dr. Raphael Lechtenböhmer (Bonn)

für sein Projekt zur Analyse der Einflussfaktoren auf die Vorstellungsrate von Patienten mit Behandlungsbedürftigen Netzhautbefunden bei telemedizinischem Screening auf diabetische Retinopathie in Südindien.

DOG-Doktorandenstipendien

gestiftet von der DOG

Jurymitglieder

PD Dr. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen, Vorsitzende)
Prof. Dr. Maria-Andreea Gamulescu (Regensburg)
Maximilian Hamann (Hannover)
Dr. Antonia Howaldt (Köln)
Dr. Sven Schnichels (Tübingen)
Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin)

Die DOG verleiht auch 2024 Stipendien zur Durchführung von medizinischen Promotionen. Diese Form der Förderung erfreut sich kontinuierlich steigender Beliebtheit. In zwei Bewerbungsrunden wurden von einer unabhängigen Fachjury die nachfolgenden Preisträger aus den zahlreichen, hochqualifizierten Einsendungen ausgewählt. Die Projekte decken ein weites Feld der experimentellen und klinischen Forschung in der Augenheilkunde ab. Ziel dieser Förderung ist es, motivierte Studierende bereits früh für die Augenheilkunde zu begeistern und sie bei der erfolgreichen Beantwortung ihrer Forschungsfragen zu unterstützen. Die Stipendien sind bei einer Förderlaufzeit von zehn Monaten mit 5.000 € dotiert. Die Preisträger stellen ihre Projekte im Folgejahr auf dem DOG-Kongress vor.

2024 werden ausgezeichnet:

Lea Marie Amanda Brück
(Düsseldorf)

Julian Bredehorst
(Tübingen)

Philipp Heine
(Freiburg)

Antonia Kreysig
(Lübeck)

Marcel Muuß
(Heidelberg)

Rudolph Nitsche
(Leipzig)

Elisabeth Quanz
(Magdeburg)

Agatha Raffau
(Erlangen)

Guilia Ritter
(Bonn)

Henriette von Waldthausen
(Tübingen)

Johanna Wolf
(Greifswald)

Leon Wödl
(Dresden)

Promotionsstipendien Versorgungsforschung

gestiftet von der Stiftung Auge

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn, Vorsitzender)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg)
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)

In diesem Jahr werden die Promotionsstipendien Versorgungsforschung der Stiftung Auge zum zweiten Mal verliehen. Die Stipendien werden zur Förderung von medizinischen Doktorarbeiten auf dem Gebiet der Versorgungsforschung in der Augenheilkunde vergeben. Gefördert werden unter anderem Primärdatenerhebungen zur Versorgungssituation, Auswertungen von repräsentativen Sekundärdaten, gesundheitsökonomische Analysen und die Evaluation von Patienten-relevanten Endpunkten bei ophthalmologischen Behandlungen.

Ziel dieser Förderung ist es, motivierte Studierende bereits früh für die Augenheilkunde zu begeistern und auch auf die Versorgungsforschung aufmerksam zu machen. Die Stipendien sind bei einer Förderlaufzeit von zehn Monaten mit 5.000 € dotiert. Die Preisträger stellen ihre Projekte im Folgejahr auf dem DOG-Kongress vor.

Das Promotionsstipendium 2024 geht an

Laura Weber
(Erlangen)

Wir freuen uns sehr, die Arbeit von Frau Weber mit dem diesjährigen Promotionsstipendium zu würdigen und gratulieren der Preisträgerin sehr herzlich.