Galerie der Preisträger 2026 – Preise

Albrecht-von-Graefe-Medaille
Stifter: DOG e.V.


Jurymitglieder National und International:

Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg/Vorsitz)
Prof. Dr. Gerd Auffarth (Heidelberg)
Prof. Dr. Claus Cursiefen (Köln)
Prof. Dr. Anja Eckstein (Essen)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Wolf Lagreze (Freiburg)
Prof. Dr. Karin Löffler (Bonn)
Prof. Dr. Verena Prokosch (Mainz)
Prof. Dr. Ursula Schlötzer-Schrehardt (Erlangen)
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)

Prof. Dr. Carl Arndt (Reims)
Prof. Dr. Andrea Cusumano (Rom)
Prof. Dr. Heinrich Heimann (Liverpool)
Prof. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg (Salt Lake City)
Prof. Dr. Dr. Michael Thiel (Luzern)
Prof. Dr. Sebastian Wolf (Bern)

With the Albrecht von Graefe Medal, the DOG honours a lifetime of scientific excellence, clinical innovation, and extra ordinary dedication to ophthalmology.

The Albrecht von Graefe Medal is DOG’s most prestigious award and is presented only every ten years to an individual who — regardless of nationality — has made outstanding contributions to the advancement of ophthalmology.

Prof. Dr. Alan C. Bird
London

Laudatio

Prof. Dr. Horst Helbig, Juryvorsitzender

Alan Bird started his training in ophthalmology at St. Bartholomew’s Hospital in London in 1962. His first interest was in neuro-ophthalmology, so he spent a year as Senior House Officer in neurosurgery. In 1965 he was an employee of Moorfields Eye Hospital. In the years 1968 and 1969, he completed a fellowship at Bascom Palmer Eye Institute in Miami. He was a close friend of Donald Gass, who had a great influence on him. In August 1969, Alan Bird returned to the Moorfields Eye Hospital. In the years after he developed his unit into one of the world’s leading institutions in the field of Medical Retina. In 1976 he became Professor of Clinical Ophthalmology and he retired in October 2006. He still works as a Honory Consultant at Moorfields Eye Hospital.

Alan Bird’s main interests are age-related macular degeneration and dystrophic diseases
of the retina. Along with John Marshall and Daniel Pauleikhoff he examined age-related changes in Bruch’s membrane. With A. Hoskins, he was the first to recognize tears of the retinal pigment epithelium. His group described a number of genotype-phenotype correlations and identified unknown gene mutations in various retinal diseases. With Fitzke and Frank Holz, he introduced fundus autofluorescence as a diagnostic tool in retinal diseases. Recently he has published on the subject of active macular telangiectasia.

Alan Bird also worked on sickle cell disease in Jamaica and onchocerciasis in Africa.
His scientific publications are amazing, with over 450 works in peer-reviewed journals and more than 80 articles in books. He worked on the editorial board of the journal Investigative Ophthalmology and Vision Science and a number of other journals. He is a foreign advisor to INSERM (Institut national de la santé et de la recherche médicale), member of the Scientific Committee for AMD of the DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) and an

ad hoc member of the Board of Scientific Counsellors of the NEI in Bethesda.

Alan Bird has given more than 60 named lectures, including the Duke-Elder Lecture, the Lecture Doyne, the Jackson Memorial Lecture, the Donders Lecture, the Bowman-Lecture, the Jules François Lecture to name only some of the most prestigious. He is an Honorary Fellow of the Royal Society of Medicine, the Royal College of Ophthalmologists, the American College of Surgeons, the South African College of Ophthalmologists. He was
the recipient of the 2008 Laureate Recognition Award of the American Academy of Ophthalmology, and received the 2003 ICO Golden Apple Award for his teaching.

He is a gifted speaker and an excellent teacher who trained many young ophthalmologists from around the world. The jury is deeply honored to recognize a visionary whose profound dedication, brilliant mind, and generous spirit continue to inspire the global ophthalmic community.

With highest respect and gratitude, the DOG feels deeply honored.

Prof. Dr. Alan C. Bird

Von-Graefe-Preis

Stifter: DOG e.V.

Jurymitglieder

Prof. Dr. Siegfried G. Priglinger (München/Vorsitz)

Prof. Dr. Gerd Auffarth (Heidelberg)
Prof. Dr. Claudia Auw-Hädrich (Basel)
Prof. Dr. Dr. Peter Charbel Issa (München)
Prof. Dr. Wolf Lagrèze (Freiburg)

Prof. Dr. Frank G. Holz
Bonn

Laudatio

Prof. Dr. Siegfried G. Priglinger, Juryvorsitzender

Der Von-Graefe-Preis wurde zum Gedächtnis an Albrecht von Graefe geschaffen und verfolgt ein ebenso einfaches wie anspruchsvolles Ziel: durch die Ehrung wissenschaftlicher Leistungen die Augenheilkunde zu fördern. Er wird alle zwei Jahre für ganz besonders herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Augenheilkunde im deutschsprachigen Raum vergeben.

Der Von-Graefe-Preis 2026 wird verliehen an

Herrn Prof. Dr. Frank G. Holz aus Bonn

Sein wissenschaftlicher Weg begann bereits früh. Nach dem Medizinstudium in Heidelberg und einer experimentellen Promotion führten ihn prägende internationale Stationen unter anderem an die Johns Hopkins University in Baltimore, die University of Chicago, das Moorfields Eye Hospital in London und schließlich zu einer Forschungskooperation am Schepens Eye Research Institute der Harvard Medical School in Boston. Schon damals standen Retina und insbesondere das retinale Pigmentepithel und Lipofuszin im Zentrum seines wissenschaftlichen Interesses.

Nach seiner Rückkehr nach Heidelberg folgten Facharztanerkennung, Oberarzttätigkeit und 1997 die Habilitation. Seit 2003 ist er Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Doch Jahreszahlen und akademische Stationen können nur einen kleinen Teil dessen wiedergeben, was seine wissenschaftliche Arbeit für unser Fach bedeutet. Professor Frank Holz hat die Entwicklung der modernen medizinischen Retinologie über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten reichen von der Pathophysiologie retinaler Erkrankungen über innovative Bildgebung und die Identifikation neuer struktureller Biomarker bis hin zur klinischen Entwicklung und Evaluation neuer Therapien. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt seit jeher auf den Erkrankungen der Makula und insbesondere der altersab-hängigen Makuladegeneration.

Dabei zeichnet seine Arbeit etwas aus, das für die moderne universitäre Augenheilkunde von besonderer Bedeutung ist: Die Verbindung von Grundlagenwissenschaft, hochauflösender Diagnostik, klinischer Forschung und therapeutischer Translation.

Gleichzeitig hat er früh erkannt, dass moderne ophthalmologische Forschung nicht allein innerhalb einer Klinik oder eines einzelnen Labors stattfinden kann. Sie benötigt Netzwerke, standardisierte Bildauswertung, große Patientenkohorten und internationale Kooperation.

Exemplarisch dafür steht das von ihm koordinierte EU IMI2-Projekt MACUSTAR mit einem Fördervolumen von 19,2 Millionen Euro. Mit dem GRADE Reading Center hat er darüber hinaus eine wichtige Infrastruktur für die standardisierte Analyse retinaler Bildgebung und für klinische Studien geschaffen.

Die Dimension seines wissenschaftlichen Werkes ist beeindruckend: mehr als
600 Publikationen in peer-reviewten wissenschaftlichen Zeitschriften
, ergänzt
durch zahlreiche Bücher und Buchkapitel.

Noch wichtiger als die reine Zahl der Publikationen ist jedoch ihre Wirkung. Seine Arbeiten haben unser Verständnis von Makulaerkrankungen erweitert und dazu beigetragen, neue diagnostische und therapeutische Konzepte in die klinische Anwendung zu überführen.

Dass diese Leistungen der national und international wahrgenommen werden, zeigt die außergewöhnliche Reihe seiner Auszeichnungen. Bereits 1999 erhielt er den Forschungspreis der DOG. Es folgten unter anderem der Achievement Award und später der Senior Achievement Award der American Academy of Ophthalmology, der Alcon Research Institute Award, die Médaille d’Or Paul Chibret und 2014 mit dem Jules Gonin Award eine der bedeutendsten internationalen Auszeichnungen in der Retinologie. 2023 kam der Richard Green Award der Macula Society hinzu. Seit 2021 ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Zu einer Würdigung seiner Person gehört aber noch eine weitere Dimension: Professor Frank Holz hat sich nie darauf beschränkt, ein erfolgreicher Wissenschaftler und Kliniker zu sein, sondern er hat Verantwortung für unser Fach übernommen.

Er war Präsident der EURETINA, Präsident der DOG und ist weiterhin Mitglied ihres Geschäftsführenden Präsidiums. Er ist Herausgeber des Fachorgans Die Ophthalmologie, Mitglied der Makulakommission von DOG und BVA, wissenschaftlicher Beirat von Pro Retina Deutschland und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Auge der DOG.

Damit hat er nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse geschaffen, sondern auch Strukturen aufgebaut, Menschen zusammengebracht und die Entwicklung unseres Faches weit über die eigene Klinik hinaus mitgestaltet.

Darin liegt eine besondere Verbindung zum Geist dieses Preises. Albrecht von Graefe steht bis heute für eine Augenheilkunde, in der wissenschaftliche Erkenntnis, klinische Exzellenz und Verantwortung für das Fach untrennbar miteinander verbunden sind. Professor Frank Holz verkörpert diese Verbindung in besonderer Weise.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft würdigt mit dem Von-Graefe-Preis 2026 einen herausragenden Wissenschaftler und Kliniker, einen der international führenden Vertreter der Retinologie und einen Kollegen, der unser Fach über Jahrzehnte entscheidend geprägt und sich zugleich in außergewöhnlicher Weise für unsere wissenschaftliche Gemeinschaft engagiert hat. Die Deutsche Ophthalmologischen Gesellschaft gratuliert Professor Frank Holz sehr herzlich zum Von-Graefe-Preis 2026.

Prof. Dr. Frank Holz

Best Abstract DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie

Stifter: DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie

Jurymitglieder

Prof. Dr. Daniela Süsskind (Tübingen/Vorsitz mit Stimmenthaltung)
Prof. Dr. Vinodh Kakkassery (Chemnitz)
Dr. Ebba Nissen (Rostock)
PD Dr. Konrad Koch (Köln)


Dr. Olaf D. Muras
Essen

Laudatio

Prof. Dr. Daniela Süsskind, Juryvorsitzende

Der Best-Abstract-Preis der DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie wird in diesem Jahr vergeben an

Herrn Dr. Olaf D. Muras aus Essen

für seine Arbeit

Vergleich zwischen Protonentherapie und Brachytherapie bei juxtafovealen Aderhautmelanomen

Herr Dr. Muras hat sich in seiner Studie einem wichtigen Thema in der Ophthalmoonkologie gewidmet, der Strahlentherapie von juxtafovealen Aderhautmelanomen. Diese werden meist früh detektiert, da sie bereits in frühen Stadien Symptome verursachen, stellen aber aufgrund ihrer zentralen Lage eine therapeutische Herausforderung dar und haben im Allgemeinen eine schlechte funktionelle Prognose.

Im vorliegenden Abstract werden die Resultate einer vergleichenden Analyse von zwei Bestrahlungsverfahren, der Protonenbestrahlung und der Brachytherapie kritisch beleuchtet.

Die Studie stellt heraus, dass die Brachytherapie zu einer rascheren Visusminderung führt im Vergleich zur Protonentherapie. Die Protonentherapie führt zum häufigeren Auftreten von Strahlenneben-wirkungen. Basierend auf diesen Beobachtungen war nachvollziehbar, dass die Visuswerte drei Jahre nach Behandlung bei beiden Verfahren wieder ein vergleichbares Niveau erreichten. Das Abstract ist logisch aufgebaut, besticht durch die klare Gliederung, die eindeutige Fragestellung und die verständliche Darstellung der Methodik. Die Resultate werden übersichtlich und sehr gut nachvollziehbar vorgestellt und führen zu einer eindeutigen Schlussfolgerung, welche für die praktizierenden Ophthalmoonkologinnen und Ophthalmoonkologen eine große Unterstützung in der Behandlung der Patientinnen und Patienten und in der Therapieentscheidung bedeutet.

Dr. Olaf D. Muras

Deutsches Förderprogramm für Retinologie

Stifter: Bayer Vital GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Nicolas Feltgen (Basel/Vorsitz)
Prof. Dr. Maria-Andreea Gamulescu (Regensburg)
Prof. Dr. Tim Krohne (Köln)
Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg)
Prof. Dr. Andreas Stahl (Greifswald/mit Stimmenthaltung)
Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin)
Prof. Dr. Marius Ueffing (Tübingen)

Grußwort

Dr. Carolin Horstkorte, Senior Medical Advisor, Fachabteilung Ophthalmologie, Neurologie & Immunologie, Bayer Vital GmbH

Seit 12 Jahren unterstützt unser Unternehmen mit dem Deutschen Förderprogramm für Retinologie ausgewählte Forschende und deren wissenschaftliche Projekte in der Augenheilkunde.

Das beantragte Projekt von Dr. Broder Poschkamp widmet sich einer Fragestellung, die für die moderne Retinologie zunehmend an Bedeutung gewinnt: Wie können hochwertige Versorgungsdaten genutzt werden, um klinische Studien sinnvoll zu ergänzen und neue Therapien schneller und präziser zu bewerten?

Durch die Entwicklung sogenannter synthetischer Kontrollgruppen sollen reale Behandlungsverläufe mit innovativen statistischen und KI-gestützten Methoden analysiert und für die klinische Forschung nutzbar gemacht werden. Die Arbeit verbindet dabei klinische Expertise mit moderner Datenwissenschaft und greift auf nationale wie internationale Kooperationen zurück, darunter EyeMatics, das Moorfields Eye Hospital und das UCL Institute of Ophthalmology.

Besonders wertvoll erscheint der Ansatz, etablierte Verfahren der Kausalanalyse systematisch mit neuen generativen KI-Methoden zu vergleichen, anstatt technologische Innovationen unkritisch zu übernehmen. Das Vorhaben hat das Potenzial, die Interpretation von Real-World-Daten in der Augenheilkunde zu verbessern und langfristig die Entwicklung und Bewertung neuer Therapiestrategien zu unterstützen.

Förderprogramme leben von wissenschaftlicher Neugier, methodischer Exzellenz und dem Mut, neue Wege zu gehen. Genau diese Eigenschaften vereint dieses Projekt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Forschung in der Augenheilkunde. Wir gratulieren Herrn Poschkamp herzlich und wünschen ihm viel Erfolg

Dr. Broder Poschkamp
Greifswald

Laudatio

Prof. Dr. Nicolas Feltgen, Juryvorsitzender

Mit dem Preis „Deutsches Förderprogramm für Retinologie“ der DOG werden jährlich Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet und gefördert. Das Programm unterstützt innovative klinische oder grundlagenwissenschaftliche Projekte auf dem Gebiet der Netzhauterkrankungen. Der Preis ist mit 50.000 € dotiert und wird von der Firma Bayer Vital GmbH gestiftet.

In diesem Jahr wurden erneut beeindruckende und innovative Projektskizzen eingereicht. Die sechsköpfige und unabhängige Jury hat sich für die Auszeichnung der Forschungsarbeit von

Dr. Broder Poschkamp aus Greifswald

entschieden.  

In seinem Projekt

Development and Validation of Synthetic Control Arms for Intravitreal Therapies in Neovascular Age-Related Macular Degeneration (nAMD)

sollen synthetische Kontrollgruppen für den Wirksamkeitsnachweis einer intravitrealen Injektion bei der AMD-Behandlung generiert werden. Mit dem Projekt sollen zukünftige Medikamentenstudien sicherer und robuster gestaltet werden. Das Projekt wird zusammen mit dem Moorfields Eye Hospital und dem UCL Institut of Ophthalmology in London durchgeführt.

Die Jury ist überzeugt, dass sie mit Dr. Poschkamp trotz der bemerkenswerten weiteren Einreichungen einen würdigen und hervorragenden Preisträger gekrönt hat.

Dr. Broder Poschkamp

DOG-Glaukomforschungspreis

Stifter: Santen GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Stephanie Joachim (Bochum/Vorsitz)
Prof. Dr. Esther M. Hoffmann (Mainz)
Prof. Dr. Marcus Knorr (Krefeld)
PD Dr. Claudia Lommatzsch (Münster)

Grußwort

Jörg Trampenau, General Manager, Germany, Santen GmbH

Die Firma Santen ist ein traditionsbewusster und auf Forschung ausgerichteter internationaler Konzern, der seit über 130 Jahren in der Augenheilkunde spezialisiert ist. Santen ist es auch in diesem Jahr wieder sehr wichtig – wie auch schon in den Jahren zuvor, – junge und kreative Forscher zu inspirieren und vor allem auch zu fördern.

Daher freuen wir uns, auch im Namen unseres Präsidenten (CEO) Takeshi Ito, in diesem Jahr erneut den Glaukom-Forschungspreis der DOG mit einem Preisgeld von 5.000 € unterstützen zu können.Wir gratulieren Herrn Dr. Colya Englisch ganz herzlich für seine hervorragende Forschungsarbeit.

Santen ist es ein großes Anliegen Forschungsarbeit zu unterstützen und kontinuierlich an neuen und innovativen Therapieansätzen im Bereich des Glaukoms und der gesamten Augenheilkunde zu arbeiten.So wünschen wir Herrn Dr. Colya Englisch für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und sind gespannt auf seine nächsten interessanten Forschungsergebnisse.

Herzlichen Dank und allen Forschern viel Erfolg!


Dr. Colya Englisch
Sulzbach/Saar

Laudatio

Prof. Dr. Stephanie Joachim, Juryvorsitzende

Mit dem von der Santen GmbH gestifteten Glaukomforschungspreis werden herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Glaukomforschung ausgezeichnet. Unter den hochwertigen eingereichten Arbeiten wählte die Jury die Arbeiten von

Herrn Dr. Colya Englisch aus Sulzbach/Saar

aus.

Dr. Englisch hat drei sehr interessante klinische Arbeiten zu telemetrischen Augeninnendruckmessungen vorgelegt:

  1. Intraocular Pressure Fluctuations Recorded by a Telemetric Sensor after Nonpenetrating Glaucoma Surgery in Primary Open-Angle Glaucoma
    Englisch CN, Trouvain AM, Wakili P, Mansouri K, Dick HB, Hoffmann EM, Mackert MJ, Langenbucher A, Boden KT, Szurman P.
    Ophthalmol Glaucoma. 2026 Jan-Feb;9(1):26-36.

  2. What Do Infrequent Goldmann Applanation Tonometry Measurements Reveal About IOP Profiles After Nonpenetrating Glaucoma Surgery?
    Englisch CN, Trouvain AM, Wakili P, Dick HB, Mansouri K, Hoffmann EM, Mackert MJ, Boden KT, Szurman P.
    Angenommen in Translational Vision Science & Technology. 2026.

  3. Predictability of Long–term Intraocular Pressure Fluctuations using a Machine Learning Algorithm in Open-Angle Glaucoma
    Englisch CN, Trouvain AM, Wakili P, Wolf MJ, H Dick HB, Mansouri K, Hoffmann EM, Mackert MJ, Langenbucher A, Alexandersson J, Boden KT, Szurman P.
    Ophthalmology Science. 2026 May 18;6(7):101240.

In der ersten Arbeit untersuchte Herr Dr. Englisch gemeinsam mit seinen Koautoren erstmals kurz- und langfristige Schwankungen des Augeninnendrucks nach nicht penetrierender Glaukomchirurgie. Hierzu wurde bei 20 Patientinnen und Patienten mit Offenwinkelglaukom im Rahmen der Glaukomoperation ein telemetrischer Augeninnendrucksensor implantiert. Es erfolgen mehr als zwei Jahre nach der Operation telemetrische Druckmessungen. Es wurden charakteristische tageszeitliche Schwankungen des Augeninnendrucks beobachtet, die im Studienverlauf deutlich zunahmen. Die vorgelegte Arbeit macht deutlich, dass vereinzelte Druckmessungen die tatsächliche Druckdynamik nur unzureichend abbilden und kontinuierliche telemetrische Messverfahren einen wichtigen Beitrag zu einer individuelleren Glaukombehandlung leisten können. Die Arbeit hat eine besonders hohe klinische Relevanz, da sie deutlich macht, dass kontinuierliche telemetrische Messverfahren tageszeitliche Schwankungen des Augeninnendrucks deutlicher abbilden können.

In der zweiten Arbeit untersuchte Herr Dr. Englisch, wie zuverlässig eine einzelne Messung mittels Goldmann-Applanationstonometrie den vorangegangen Verlauf des Augeninnen-drucks bei PatientInnen an operativ behandeltem Offenwinkelglaukom widerspiegelt. Bei diesen 24 PatientInnen wurde der Augeninndruck mittels Goldmann-Applanationstonometrie mit erhobenen telemetrischen Messwerten aus den vorausgegangenen 30 Tagen verglichen. Lediglich 26% der Goldmann-Messwerte lagen innerhalb des mittleren Bereichs der telemetrisch erfassten Druckverteilung. Auch wurden klinisch relevante Druckspitzen und -tiefpunkte häufig nicht erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass eine einzelne Goldmann-Messung das längerfristige Augeninnendruckprofil oftmals nicht verlässlich widerspiegelt. Hochfrequente telemetrische Messungen ermöglichen eine umfassendere Beurteilung der Druckdynamik und können so zu einer stärker individualisierten Behandlung beitragen.

In der dritten Arbeit untersuchte Herr Dr. Englisch gemeinsam mit seinen Koautoren, ob sich langfristige Schwankungen des Augeninnendrucks bei PatientInnen mit Glaukom mithilfe telemetrischer Messdaten und maschineller Lernverfahren vorhersagen lassen. Während kurzfristige Druckschwankungen allein nur eine geringe Aussagekraft zeigten, ermöglichten Modelle aus klinischen, demografischen und druckbezogenen Daten eine zuverlässige Prognose von bis zu zwölf Monaten. Die Studie verdeutlicht damit das Potenzial tele-metrischer Sensoren und prädiktiver Verfahren für eine frühzeitigere, individuellere und ressourcenschonendere Glaukomversorgung.

Diese Erkenntnisse sind von hoher klinischer Bedeutung, da sie im Sinne einer personalisierten Glaukomtherapie neue Möglichkeiten eröffnen, individuelle Druckverläufe umfassender zu erfassen und so zukünftig therapeutische Entscheidungen gezielter getroffen werden können.

Herr Dr. Englisch studierte Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes und schloss 2025 seine Promotion zum Dr. med. mit summa cum laude ab. Darüber hinaus erwarb er 2026 an derselben Fakultät seinen PhD. Seit Februar dieses Jahres ist er als Arzt in Weiterbildung an der Augenklinik Sulzbach der Knappschaftsklinikum Saar GmbH tätig.

Wir gratulieren Herrn Dr. Englisch herzlich zu dieser wissenschaftlich und klinisch bedeutsamen Leistung und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg bei seiner ärztlichen Weiterbildung und seiner weiteren Forschungstätigkeit.

Dr. Colya Englisch

DOG-Patent-Preis

Stifter: Science Corporation (Alameda CA, USA)

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn/Vorsitz) Prof. Dr. Johannes Birtel (Hamburg)
Prof. Dr. Viktoria Constanze Brücher (Münster)
Prof. Dr. Salvatore Grisanti (Lübeck)
Prof. Dr. Achim Langenbucher (Homburg/Saar)
Prof. Dr. Siegfried G. Priglinger (München)

Dr. Sebastian Bohn
Rostock

Laudatio

Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitz mit Stimmenthaltung

In diesem Jahr verleihen wir den DOG-Patent-Preis an

Herrn Dr. Sebastian Bohn aus Rostock

für seine Arbeit

Stromagestütze automatische Bestimmung der kornealen Nervendynamik

Die in-vivo-Bildgebung der menschlichen Hornhaut spielt eine wichtige Rolle in der ophthalmologischen und interdisziplinären Diagnostik. Hier fungiert der subbasale Nervenplexus (SNP) als attraktives, nicht-invasives Fenster in das periphere Nervensystem. Er besitzt ein aussichtsreiches Potenzial für die Diagnostik, Verlaufsbeurteilung und Therapieüberwachung neurodegenerativer, neuro-inflammatorischer und systemischer Erkrankungen. Eine bislang ungelöste zentrale Herausforderung besteht jedoch darin, exakt identische Geweberegionen über mehrere Untersuchungszeitpunkte longitudinal zuverlässig wieder zu identifizieren und quantitativ zu vergleichen. Dies wird erschwert durch die intrinsische Dynamik des SNP. Sowohl die Nervenfasern als auch die im SNP ansässigen Immunzellen verändern kontinuierlich Struktur und Position, weshalb reproduzierbare statische Referenzpunkte für eine automatisierte Bildregistrierung über die Zeit fehlen. Bisherige Ansätze zur Verlaufs-Bildregistrierung basierten auf manuell annotierten Landmarken, die unter anderem im inferozentralen Wirbel, Nerveneintrittspunkten oder applanationsbedingten Gewebefalten liegen. Allerdings sind diese Ansätze sehr arbeitsintensiv, darüber hinaus untersucherabhängig und fehleranfällig.

Die hier entwickelte Erfindung löst dieses Problem durch ein völlig neuartiges, vollständig automatisiertes Registrierungsprinzip. Dabei werden dynamische Zielstrukturen nicht anhand ihrer eigenen, zeitlich variablen Morphologie registriert, sondern mithilfe räumlich benachbarter, zeitlich stabiler Referenzstrukturen aus dreidimensionalen Daten. Dabei dienen stromale Keratozytenkerne als stabile Referenzstruktur, anhand derer geometrische Transformationen zwischen Zeitpunkten bestimmt und auf den SNP übertragen werden können. Damit wird eine automatisierte, präzise, flächenübergreifende Verlaufsanalyse möglich und die Grundlage für neue diagnostische Anwendungen geschaffen. Somit verbindet das patentierte Verfahren eine originelle technische Lösung mit hoher relevanter ophthalmologischer und translationaler Relevanz.

Dr. Sebastian Bohn

DOG-Promotionspreis – grundlagenwissenschaftliche Arbeiten

Stifter: Hermann-Wacker-Fonds

Jurymitglieder

Prof. Dr. Alexa Klettner (Kiel/Vorsitz)
Prof. Dr. Stephanie Joachim (Bochum)
Prof. Dr. rer. nat. Olaf Strauß (Berlin)

Dr. Anne Gulbins
Bonn

Laudatio

Prof. Dr. Alexa Klettner, Juryvorsitzende

In diesem Jahr geht der DOG-Promotionspreis an

Frau Dr. Anne Gulbins aus Bonn

In ihrer experimentellen Doktorarbeit untersuchte Frau Dr. Anne Gulbins den dualen Insulin-Growth-Factor 1 Rezeptor (IGF-R1)/Insulin Rezeptor (IR) – Inhibitor Linsitinib in einem Mausmodell der endokrinen Orbitopathie. Die endokrine Orbitopathie ist auf eine Hyperthyreose im Rahmen des Morbus Basedow zurückzuführen, bei der es zu einer Entzündung des Orbitagewebes kommt, was wiederum zum Exophthalmus führt und mit einem hohem Leidensdruck für die Patientinnen einhergeht. Auch wenn verschiedene Therapiemöglichkeiten existieren, zeigen diese häufig eine hohe Rezidivrate und starke Nebenwirkungen.

In ihrer Arbeit hat Frau Dr. Gulbins in einem Mausmodell eine endokrinen Orbitopathie ausgelöst und die Wirkung des IGF-R1/IR Inhibitor Linsitinib in diesem Modell eingehend untersucht. Dabei konnte sie zeigen, dass Linsitinib sowohl die Schilddrüsenfunktion als auch die Orbita-Dysfunktion verbessern bis normalisieren kann, und hat damit eine vielversprechende neue Therapieoption aufgezeigt. Außerdem konnte sie zum ersten Mal im Mausmodell eine Beteiligung des Knochenmarks bei der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie nachweisen. Auch diese konnte mit Linsitinib behandelt werden. Als Wirkmechanismus identifizierte Frau Gulbins das Hervorrufen eines anti-inflammatorischen Milieus im Knochenmark durch Linsitinib über die Hochregulation von Arginase-1.

Die Arbeit wurde mit summa cum laude bewertet und international in zwei Artikeln, in denen Frau Gulbins als Erstautorin fungierte, publiziert. Sie erhielt den Promotionspreis der Universität Duisburg-Essen. Außerdem wurde ihr Beitrag von der American Association of Immunologists auf dem Immunology Meeting 2023 in Washington, USA, mit einem Posterpreis geehrt. Die Kommission würdigt die experimentelle Promotionsarbeit von Frau Dr. Gulbins als einen beeindruckenden Beitrag zum Verständnis der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie und vor allem als vielversprechenden Beitrag zur Entwicklung einer neuen Therapiemöglichkeit für diese Erkrankung. Die Kommission sieht in dieser Arbeit nicht nur ein hohes wissenschaftliches Niveau, sondern auch ein großes translationales Potenzial für zukünftige Therapien.

Wir wünschen Frau Dr. Gulbins viel Erfolg für ihre weitere wissenschaftliche Arbeit.

Dr. Anne Gulbins

DOG-Retina-Förderpreis

gestiftet von der Novartis Pharma GmbH

Juryvorsitzende

Prof. Dr. Armin Wolf (Ulm/Vorsitz)
PD Dr. Felicitas Bucher (Freiburg)
Prof. Dr. Friederike Schaub (Rostock)
Prof. Dr. Boris Stanzel (Sulzbach/Saar)

Dr. Maximilian Hammer
Heidelberg

Laudatio

Prof. Dr. Armin Wolf, Juryvorsitzender

Prof. Dr. Martina C. Herwig-Carl, Juryvorsitzende

Der Nachwuchspreis der DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie für wissenschaftliche Publikationen wird vergeben an

Herrn Dr. Martin Kowalski aus Tübingen

für die Arbeit:

DECODE VRL Report No. 1:
Lymphocyte Survival After Diagnostic Vitrectomy – Does Size Matter?

Kowalski M, Kakkassery V, Merle DA, Heubach F, Athanasiou A, Dimopoulos S, Paigin S, Fend F, Bartz-Schmidt KU, Kortuem FC.

Transl Vis Sci Technol. 2026 Jan 5;15(1):31. oi:10.1167/tvst.15.1.31.

Die eingereichte Originalarbeit geht der Fragestellung nach, wie sich die Gauge-Größe
und Schnittrate bei der diagnostischen Vitrektomie auf das Überleben von Lymphozyten
und MYD88-positiven Lymphomzellen auswirkt. Die Untersuchungen wurden in einem standardisierten in-vitro-Modell durchgeführt. Die Analyse der Zellviabilität erfolgte mittels Durchflusszytometrie.

Herr Dr. Kolwaski konnte zeigen, dass die Größe des Vitrektomie-Lumens einen signifikanten Einfluss auf die Überlebensrate der Lymphomzellen hatte, während eine unterschiedliche hohe Schnittrate nicht zu signifikanten Unterschieden führte. In gesunden Kontroll-Lymphozyten zeigte sich kein Unterschied auf die Zellviabilität in Abhängigkeit des Vitrektomie-Lumens und der Schnittrate. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass Tumorzellen andere Eigenschaften als nicht-entartete Zellen aufweisen und dies auch für die Diagnostik hochrelevant ist. Auf Basis ihrer Ergebnisse empfehlen die Autoren, 23G- oder 25G-Cutter für die diagnostische Vitrektomie zu benutzen. Das Studienprotokoll der Autoren wurde dementsprechend modifiziert.

Nicht-diagnostische Glaskörperproben sind beim vitreoretinalen Lymphom nicht ungewöhnlich und führen zu einer verzögerten Diagnosestellung sowie einer erhöhten operativen Belastung durch Wiederholungseingriffe für den Patienten. Insbesondere
bei Verdacht auf ein vitreoretinales Lymphom ist die Probengewinnung essenziell für
die weitere Diagnostik und jeder Teilschritt, der eine Optimierung bringt, ist wichtig. Die Arbeit von Dr. Kowalski leistet daher einen praxisrelevanten Beitrag mit dem Ziel, die zu analysierende Zellzahl, die im Rahmen der diagnostischen Vitrektomie gewonnen wird,
zu verbessern und eine zuverlässige Lymphomdiagnostik zu ermöglichen.

Die Jury wählte daher einstimmig Herrn Dr. Kowalski als Preisträger des Nachwuchspreises der DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie für wissenschaftliche Publikationen.

Wir gratulieren im Namen der Sektion dem Preisträger sehr herzlich zu seiner Veröffentlichung und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg bei seiner klinischen
und wissenschaftlichen Arbeit.

Dr. Maximilian Hammer

DOG Wissenschaftspreis Trockenes Auge und Blepharitis/MGD

gestiftet von Optima Pharmazeutische GmbH


Jurymitglieder

PD Dr. Dr. Kristina Spaniol (Düsseldorf/Vorsitz mit Stimmenthaltung)
Prof. Dr. Martina C. Herwig-Carl (Bonn)
Prof. Dr. Karin U. Löffler (Bonn)
Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin)
Prof. Dr. Dr. Stefan Schrader (Oldenburg)

Grußwort

Stefan Kroll, Geschäftsführer, Optima Pharmazeutische GmbH

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der DOG und der Augenärzteschaft,

und sehr geehrte Frau Zahn,

es ist uns eine besondere Freude und Ehre, im Rahmen der DOG 2026 die Verleihung
des von der Optima Pharmazeutische GmbH gestifteten DOG-Wissenschaftspreises Trockenes Auge und Blepharitis/MGD zu begleiten.

Im Namen der Optima Pharmazeutische GmbH gratulieren wir Frau Ingrid Zahn von
der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie ihrem gesamten wissenschaftlichen Team sehr herzlich zu dieser herausragenden Auszeichnung.

Die prämierte Arbeit mit dem Titel

Alpha- and beta-melanocyte stimulating hormone positively impact lipogenesis
of meibomian gland cells in vitro and ex vivo

liefert wichtige neue Erkenntnisse zur Funktion und Regulation der Meibom-Drüsen und eröffnet vielversprechende Perspektiven für die zukünftige Therapie von Blepharitis und Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD).

Die wissenschaftlichen Ergebnisse von Frau Zahn und ihre Kolleginnen und Kollegen leisten einen wertvollen Beitrag zum besseren Verständnis der zugrunde liegenden pathophysiologischen Mechanismen und können langfristig dazu beitragen, neue therapeutische Optionen für betroffene Patientinnen und Patienten zu entwickeln.

Als Unternehmen, das sich seit vielen Jahren intensiv mit der Therapie des Trockenen Auges sowie von Blepharitis und MGD beschäftigt, ist es der Optima Pharmazeutische GmbH ein besonderes Anliegen, exzellente wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet zu fördern. Fortschritte in der Grundlagen- und angewandten Forschung bilden die Basis für innovative Behandlungsmöglichkeiten und eine kontinuierliche Verbesserung der Patientenversorgung.

Wir danken Frau Zahn und ihrem Team für ihr herausragendes wissenschaftliches Engagement und gratulieren nochmals sehr herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung. Für die weitere Forschungsarbeit wünschen wir viel Erfolg und freuen uns auf zukünftige Erkenntnisse, die den Fortschritt in der Augenheilkunde weiter voranbringen werden.

Herzlichen Glückwunsch!

Ingrid Zahn
Erlangen

Laudatio

PD Dr. Dr. Kristina Spaniol, Juryvorsitzende

Der DOG-Wissenschaftspreis für Trockenes Auge und Blepharitis/Meibom-Drüsen-Dysfunktion geht in diesem Jahr an

Frau Ingrid Zahn aus Erlangen

Ausgezeichnet wird ihre in der Zeitschrift Biomedicine & Pharmacotherapy publizierte Arbeit mit dem Titel

Melanocortin signaling as a novel regulator of meibomian gland function and lipogenesis

Frau Zahn und ihrem Team ist es erstmals gelungen, die Expression von Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R und MC5R) in humanen Meibom-Drüsen sowie in
einer immortalisierten humanen Meibom-Drüsen-Epithelzelllinie nachzuweisen und deren funktionelle Bedeutung für die Lipogenese aufzuklären. Der Arbeitsgruppe gelang eine umfassende Charakterisierung des melanocortinergen Signalwegs auf Gen-, Protein-
und funktioneller Ebene.

Neben der dosisabhängigen Induktion der cAMP-Antwort und der Hochregulation
der Rezeptorexpression durch α- und β-MSH zeigte sich eine signifikant gesteigerte Lipidproduktion und Expression zentraler Lipogenese-Marker (SCD, FABP4, PPARγ),
die durch den Antagonisten JNJ-10229570 gehemmt werden konnte. Die Befunde
wurden ergänzend in einem ex vivo organotypischen Schnittkulturmodell humaner Augenlider validiert.

Die Jury würdigt insbesondere die Kombination aus methodischer Sorgfalt, mechanistischer Tiefe und dem translationalen Potenzial der Ergebnisse. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Regulation der Meibom-Drüsen-Sekretion und eröffnet neue Perspektiven für pharmakologische Therapieansätze der Meibom-Drüsen-Dysfunktion und des Trockenen Auges.

Frau Zahn absolvierte ihr Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo sie am Institut für Funktionelle und Klinische Anatomie promoviert.
Sie ist bereits Erst- und Co-Autorin zahlreicher hochwertiger Publikationen und ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet.

Dr. Ingrid Zahn

DOG-Videopreis

gestiftet von HAAG STREIT Deutschland GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt/Main/Vorsitz)

Prof. Dr. Anja K. Eckstein (Essen)
Prof. Dr. Dr. Thomas Armin Fuchsluger (Rostock)
Prof. Dr. Dr. Stefan Schrader (Oldenburg)
Prof. Dr. Arne Viestenz (Halle/Saale)

Grußwort

Daniel Theurer, Geschäftsführung, HAAG-STREIT Deutschland GmbH

Die HAAG-STREIT Gruppe steht für höchste Qualität und innovative Produkte in der Augenheilkunde. Daher freuen wir uns sehr, den diesjährigen DOG-Videopreis wieder unter-stützen zu dürfen.

Das gesprochene Wort, verknüpft mit aussagekräftigen bewegten Bildern, ist der beste Weg, hoch komplexe Sachverhalte möglichst einfach und schnell zu vermitteln. Die eingereichten Beiträge zeigen dieses in eindrucksvoller Weise und leisten so einen wichtigen Beitrag für den notwendigen Wissenstransfer, um die Qualität der Behandlung sowie die schnelle Umsetzung von Innovationen sicherzustellen.

Dass die Videodokumentation einen immer größeren Stellenwert einnimmt, spiegelt sich auch in den Kundenanforderungen hinsichtlich der immer anspruchsvoller werdenden Videolösungen für unser METIS 900 Operationsmikroskop und unsere Spaltlampen wider. Insbesondere die neue digitale Haag-Streit Spaltlampe ELARA 900 setzt mit ihrer revolutionären Technologie den neuen Standard in diesem Segment – natürlich auch inklusive Imaging- und Videofunktion.

Wir gratulieren den Preisträgern des DOG-Videopreises 2026 und freuen uns auf weitere eindrucksvolle Dokumentationen in der Zukunft.

Die Bewertung der Videos erfolgte verblindet nach vorgegebenen Kriterien durch 5 Jurymitglieder. Den zwei bestpositionierten Beiträgen wurde der Videopreis der HAAG STREIT
Deutschland GmbH vergeben.

1. Preis

Dr. Tomislav Sarenac aus Maribor/Slowenien
 

Laudatio

Prof. Dr. Thomas Kohnen, Juryvorsitzender

Die Bewertung der Videos erfolgte verblindet nach vorgegebenen Kriterien durch 5 Jurymitglieder. Den zwei bestpositionierten Beiträgen wurde der Videopreis der HAAG STREIT
Deutschland GmbH vergeben.

Der 1. Preis geht an                                                                                            

Herrn Dr. Tomislav Sarenac aus Maribor/Slowenien

für das Video

Double-Flanged Polypropylene Suture Cyclopexy for
Lens-Sparing Repair of Traumatic Cyclodialysis Cleft
Without Vitrectomy or Tamponade
Dr. Sarenac beschreibt in seinem Video die Refixation des Ziliarkörpers mit einer neuen Flange-Technik und präsentiert hervorragende Ansichten des Kammerwinkels und Ziliarkörpers mit intraoperativer Gonioskopie. Er demonstriert einen Rückgang der Hypotonie und Makulopathie mit postoperativem OCT. In dem preisgekrönten Video ist
ein operativer Leckerbissen dargestellt und vertont

Dr. Tomislav Sarenac

2. Preis

Dr. Mostafa Aghi
Jena
mit Prof. Dr. Daniel Meller

Laudatio

Prof. Dr. Thomas Kohnen, Juryvorsitzender

Herrn Dr. Mostafa Aghi aus Jena

mit Prof. Dr. Daniel Meller

für das Video

Die unterschiedlichen Techniken der Irisrekonstruktion

Defekte der Iris können zu starken optischen Phänomenen führen. Die operative Wiederherstellung einer Pupille ist das Hauptziel der operativen Rekonstruktion.
Dr. Aghi und Prof. Meller stellen in ihrem Video von den Ursprüngen der McCannel-Technik über die Siepser Slipping-Knot-Technik die Iris-Basisrekonstruktion bis hin zur Pupillen-Cerclage eine ganze Bandbreite operativer Möglichkeiten dar. Das Video kann jedem Vorderabschnittschirurgen eine wichtige Hilfe in der Auswahl von Irisrekonstruktionstechniken sowie zum einschlägigen Studium der unterschiedlichen Varianten dienen.

Wir gratulieren den Preisträgern der DOG-Videopreise 2026 recht herzlich und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg.

Dr. Mostafa Aghi

Dr. Rolf Grewe Best Abstract Preis

Stifter: DOG e.V.

Ceren Ece Semiz
Prishtina/Kosovo

Laudatio

Die DOG verleiht in diesem Jahr zum dritten Mal den Dr. Rolf Grewe Best-Abstract Preis in Andenken und Anerkennung für das unermüdliche Wirken von Herrn Dr. Rolf Grewe für die DOG.

Mit diesem Preis würdigt die DOG herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Augenärzte und Wissenschaftler aus Mittel- und Osteuropa, die als Abstract zum jährlichen DOG-Kongress eingereicht wurden. Die Bewertung erfolgt durch das Gutachterpanel zur Bewertung der eingereichten Abstracts

In diesem Jahr wird

Frau Ceren Ece Semiz aus Prishtina/Kosovo

für ihr Abstract

Langzeitresultate der frischen myopischen Lentikeltransplantation bei fortgeschrittenem Keratokonus: Ultrastrukturelle Analyse mittels Transmissionselektronenmikroskopie

Ceren Ece Semiz

EBOD Examina – Auszeichnung der besten deutschen Absolventen

Im September 2025 und Mai 2026 fanden die Prüfungen zum Europäischen Facharzt statt.

Das EBOD-Examen ist die europäische Prüfung, die zusätzlich zur nationalen Facharzt-prüfung abgelegt werden kann.

Das European Board of Ophthalmology ist eine ständige Arbeitsgruppe des ophthalmologischen Fachbereichs der Vereinigung europäischer Fachärzte (UEMS).

Die besten Teilnehmer aus Deutschland waren:

Dr. Lara Buhl
München


Dr. Lara Buhl

Dr. Lars Fuhrmann
Hamburg


Dr. Lars Fuhrmann

Dr. Gerardo Elia Farese
Hamburg


Dr. Gerardo Farese

Dr. Anja Nattmann
Würzburg


Dr. Anja Nattmann

Forschungspreis Intraokulare Entzündung der Retinologischen Gesellschaft

Stifter: Roche Pharma AG

Jurymitglieder für die Retinologische Gesellschaft

für die Retinologische Gesellschaft:

Prof. Dr. Nicolas Feltgen (Basel/Vorsitz)
Prof. Dr. Clemens Lange (Münster)
Prof. Dr. Andreas Stahl (Greifswald)
Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg)

für die DOG-Sektion Uveitis:

Prof. Dr. Deshka Doycheva (Tübingen)
Prof. Dr. Carsten Heinz (Münster) Prof. Dr. Thomas Ness (Freiburg)

Grußwort

Dr. Ralf Zerbes

Medical Group Lead Ophthalmologie, Roche Pharma AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Augenheilkunde gehört zu den faszinierendsten Disziplinen der modernen Medizin. Was uns verbindet, ist ein gemeinsames Ziel: Wir wollen die Sehkraft von Menschen erhalten und wirksame Antworten auf Erkrankungen finden, die für Betroffene oft einen gravierenden Einschnitt bedeuten.

Mit einer alternden Gesellschaft und der steigenden Zahl von Patientinnen und Patienten – etwa mit altersabhängiger Makuladegeneration, diabetischen Netzhauterkrankungen oder entzündlichen Augenerkrankungen – wachsen auch die Herausforderungen an uns und unser Gesundheitssystem. Damit Innovationen den Weg in den Versorgungsalltag finden, braucht es einen engen Schulterschluss zwischen Grundlagenforschung, klinischer Praxis und Industrie.

Unser aller Anspruch ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in richtungsweisende Therapien und Versorgungskonzepte zu übersetzen. Als Roche unterstützen wir diese partnerschaftliche Zusammenarbeit aus voller Überzeugung. Umso mehr ist es uns eine Herzensangelegenheit, herausragende wissenschaftliche Projekte gemeinsam mit der DOG, der Stiftung Auge und der Retinologischen Gesellschaft zu fördern und auszuzeichnen.

Den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern Frau Sophia Dithmar, Frau Dr. Anna Sophia Jauch, Frau Dr. Lucy Kessler und Herr Dr. Malte Jung gratuliere ich im Namen der Roche Pharma AG von ganzem Herzen. Ob durch Früherkennung, digitale Patientenbefragung oder gezielte Immunmodulation: Ihre exzellenten Projekte und Ihr Engagement bringen die Ophthalmologie entscheidend voran und eröffnen neue Perspektiven für die Versorgung von morgen.

Für Ihren weiteren wissenschaftlichen Weg wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Inspiration.

Herzlichst,

Dr. Ralf Zerbes

Medical Group Lead Ophthalmologie, Roche Pharma AG


Dr. Malte Jung
Freiburg

Laudatio

Prof. Dr. Nicolas Feltgen, Juryvorsitzender


Der in diesem Jahr erstmalig ausgeschriebene Forschungspreis für Intraokulare Entzündungen fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Forschung entzündlichen, immunologischen oder infektiösen intraokularen Fragestellungen widmen. Im Fokus steht die translationale und/oder klinische Relevanz. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 € wird jährlich von der Firma Roche Pharma AG gestiftet. Die Jury besteht aus Mitgliedern des Vorstands der Retinologischen Gesellschaft und dem Vorstand der DOG-Sektion Uveitis.

Bei der ersten Ausschreibung wurden 14 exzellente Beiträge eingereicht, was die breiten und intensiven Forschungsaktivitäten im Bereich der intraokularen Entzündungen abbildet.

Die Jury hat sich in diesem Jahr für die Auszeichnung des Projekts von

Herrn Dr. Malte Jung aus Freiburg

ausgesprochen. Die systemische Blockade von IL-6-Rezeptoren konnte bei entzündlichen Erkrankungen eine Wirksamkeit nachweisen, eine selektive Blockade könnte einer kompletten Inhibition aber überlegen sein. In seinem Forschungsprojekt

Selektive versus globale Hemmung der IL-6-Signaltransduktion bei

nicht-infektiöser Uveitis: Charakterisierung von Cis- und Trans-Signaling

in Müllerzellen und Makrophagen

untersucht Dr. Jung zusammen mit der Freiburger Forschungsgruppe den anti-inflamma-torischen Effekt von selektiven IL-6 Trans-Signaling-Inhibitoren auf Müllerzellen und Makrophagen. Mit seinem Antrag hat Dr. Malte Jung die Jury überzeugt.

Die Retinologische Gesellschaft gratuliert dem Preisträger.

Dr. Malte Jung

Forschungspreis der Deutschen Maculastiftung

Stifter: Deutsche Maculastiftung

Jurymitglieder für die Retinologische Gesellschaft

Prof. Dr. Gisbert Richard (Hamburg/Vorsitz)
Prof. Dr. Oliver Zeitz (Berlin)


PD Dr. Alaa Din Abdin
Homburg/Saar

Laudatio

Prof. Dr. Oliver Zeitz

Der Forschungspreis der Deutschen Maculastiftung steht in diesem Jahr unter dem Leitgedanken der patientenorientierten Forschung. Dahinter steht eine Überzeugung, die für unsere Stiftung zentral ist: Forschung darf nicht beim wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn stehen bleiben. Sie muss am Ende einen Unterschied für Menschen machen – für ihr Sehen, ihre Selbstständigkeit und ihre Lebensqualität.

Der diesjährige Preisträger

Herr PD Dr. Alaa Din Abdin

verkörpert diesen Gedanken in besonderer Weise. Als geschäftsführender Oberarzt der Augenklinik des Universitätsklinikums des Saarlandes verbindet er klinische Versorgung und wissenschaftliche Arbeit unmittelbar miteinander.

Ausgezeichnet wird eine außergewöhnliche interdisziplinäre Arbeit

Cardio-ocular syndrome:
Retinal microvascular changes in acutely decompensated heart failure

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Kardiologie konnte gezeigt werden, dass sich bei Patienten mit akut dekompensierter Herzinsuffizienz deutliche Veränderungen der retinalen Mikrozirkulation finden – und, besonders bemerkenswert, dass sich diese Veränderungen nach kardialer Rekompensation wieder zurückbilden.

Damit wird das Auge gewissermaßen zu einem Fenster in die Mikrozirkulation des gesamten Körpers. Genau solche Arbeiten brauchen wir: Forschung, die Grenzen zwischen Disziplinen überschreitet, klinische Beobachtungen ernst nimmt und daraus neue diagnostische und therapeutische Perspektiven entwickelt.

Und genau dafür steht die Deutsche Maculastiftung. Wir wollen, dass Erkrankungen der Macula die Aufmerksamkeit bekommen, die ihrer Bedeutung für das Leben unserer Patientinnen und Patienten entspricht. Wir wollen Forschung sichtbar machen, neue Erkenntnisse fördern und dazu beitragen, dass wissenschaftlicher Fortschritt dort ankommt, wo er gebraucht wird – bei den Betroffenen. Denn Maculaerkrankungen haben gravierende Folgen für Lebensqualität und Lebensplanung und erhalten dennoch gesellschaftlich und in der Forschungsförderung oft nicht die Aufmerksamkeit, die ihrer Bedeutung entspricht.

Wir gratulieren sehr herzlich zum Forschungspreis 2026 der Deutschen Maculastiftung.

PD Dr. Alaa Din Abdin

Helmholtz-Forschungspreis der DOG

Stifter: Bayer Vital

Jurymitglieder

Prof. Dr. Andreas Stahl (Greifswald/Vorsitz)

Prof. Dr. Maria-Andreea Gamulescu (Regensburg)
Prof. Dr. Verena Prokosch (Mainz)
Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg)
Prof. Dr. Armin Wolf (Ulm)
Prof. Dr. Oliver Zeitz (Berlin)

Grußwort

Grußwort

Dr. Carolin Horstkorte, Senior Medical Advisor, Fachabteilung Ophthalmologie, Neurologie & Immunologie, Bayer Vital GmbH

Die DOG verleiht diesen Preis in diesem Jahr Frau Priv.-Doz. Dr. med. Kristina Pfau. Wir freuen uns über die Wahl der Jury und gratulieren der Preisträgerin herzlich.

Die Arbeiten von Frau Pfau zeigen eindrucksvoll, wie moderne Bildgebung unser Verständnis seltener Netzhauterkrankungen wie MacTel Typ 2 oder PXE erweitert. Solche Erkenntnisse sind weit mehr als technischer Fortschritt. Sie schaffen die Grundlage dafür, Erkrankungen früher zu erkennen, ihren Verlauf besser zu verstehen und zukünftig gezieltere Behandlungsansätze zu entwickeln. Das alles ist beispielhaft für Forschung, die nicht im Labor endet, sondern unmittelbar bei unseren Patientinnen und Patienten ankommt: durch frühere Diagnosen und präzisere Prognosen. Gleichzeitig verdeutlichen sie den hohen Wert von Neugier, wissenschaftlicher Präzision und interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Wir wünschen Frau Pfau, dass sie ihre Begeisterung für ihre Forschung auf junge Ärztinnen, Ärzte und Studierende übertragen kann und freuen uns darüber, dass sie dabei die Kommunikation ihrer hochkomplexen wissenschaftlichen Ergebnisse gegenüber Patientinnen und Patienten als wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit ansieht.

Wir wünschen Frau Pfau viel Erfolg bei allen Aspekten ihrer Arbeit.

PD Dr. Kristina Pfau
Bonn

Laudatio

Prof. Dr. Andreas Stahl, Juryvorsitzender

Der diesjährige Helmholtz-Forschungspreis der DOG wird verliehen an

Frau PD Dr. Kristina Pfau aus Bonn

Die eingereichte und für die Jury-Entscheidung bewertete Arbeit beschäftigt sich mit dem natürlichen Verlauf des Ellipsoid-Zonen-Verlustes bei Makulärer Teleangiektasie Typ 2 anhand einer großen longitudinalen europäischen MacTel-Kohorte. In dieser Studie wurde herausgearbeitet, dass das Progressionsmuster des Ellipsoid-Zonen-Verlustes bei MacTel- Patienten einem sigmoidalen Verlauf folgt und dass unterschiedliche OCT-Muster und Größen der EZ-Verlustareale mit verschiedenen Progressionsgeschwindigkeiten assoziiert sind. Basierend auf diesen Erkenntnissen lassen sich Patienten mit MacTel nun besser als bisher bezüglich ihres individuellen Progressionsrisikos beraten. Zudem können diese Erkenntnisse auch für zukünftige Studien genutzt werden, um gezielt Patienten mit einem bestimmten Progressionsrisiko als Studienpatienten zu identifizieren und in geeignete Studien einzuschließen. Die bewertete Arbeit stellt somit eine ganz wesentliche Erweiterung unseres Kenntnisstandes zum natürlichen Verlauf und zum individuellen Progressionsrisiko bei Makulären Teleangiektasien Typ 2 dar.

Die bewertete Arbeit wurde von Frau PD Dr. Pfau und Ihrer Arbeitsgruppe hochrangig in der Zeitschrift Ophthalmology (Impactfaktor 10,6) publiziert. Die Arbeit ist eingebettet in einen ganz hervorragenden wissenschaftlichen Lebenslauf. So kann Frau PD Dr. Pfau bereits auf knapp 1 Million selbst eingeworbener Drittmittel zurückblicken, darunter signifikante Mittel der Foundation Fighting Blindness und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Bereits während ihrer Assistenzarztzeit baute sich Frau PD Dr. Pfau ein eigenständiges Forschungsprofil im Bereich degenerativer Netzhauterkrankungen auf und entwickelte ihre wissenschaftliche und klinische Expertise sowohl am National Eye Institute der NIH als auch an der Universitäts-Augenklinik Basel signifikant weiter. Neben der Leitung ihrer eigenen wissenschaftlichen Arbeitsgruppe ist Frau PD Dr. Pfau als Oberärztin, vitreoretinale Chirurgin und Leiterin des Studienzentrums der Universitäts-Augenklinik Bonn tätig.

Sie veröffentlichte eine beeindruckende Anzahl von über 80 peer-reviewed Arbeiten in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften.

Die beeindruckende Breite ihres klinisch-wissenschaftlichen Profils, in dem Frau PD Dr. Pfau hochspezialisierte vitreoretinale Chirurgie einerseits mit ausgewiesener Expertise in der Erforschung und Versorgung komplexer Netzhauterkrankungen andererseits vereint, macht Frau PD Dr. Pfau zur idealen Preisträgerin des Helmholtz-Forschungspreises der DOG 2026. Mit ihren Arbeiten bringt Frau Dr. Pfau pathomechanistische klinische Grundlagenforschung auf beeindruckende Weise direkt in die Anwendung am Patienten.

Wir gratulieren Frau PD Dr. Pfau ganz herzlich zu dieser Leistung und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg bei ihrer klinischen und wissenschaftlichen Arbeit.

Dr. Kristina Pfau

Klinischer Forschungspreis der Pro Retina und Retina Suisse

Stifter: PRO RETINA Deutschland e.V. und der Retina Suisse

Jurymitglieder

Prof. Dr. Mathias Seeliger (Tübingen/Vorsitz)
Prof. Dr. Michael Bach (Freiburg)
Prof. Dr. Simon J. Clark (Tübingen)
Dr. Christoph Friedburg (Frankfurt)
Prof. Dr. Stephan Neuhauss (Zürich/Schweiz)
Prof. Dr. François Paquet-Durand (Tübingen)
Prof. Dr. Klaus Rohrschneider (Heidelberg)

Dr. Lukas Goerdt
Bonn

Laudatio

Prof. Dr. Dipl.-Ing. Mathias Seeliger, Juryvorsitzender

Der diesjährige Klinische Forschungspreiswird verliehen an

Herrn Dr. Lukas Goerdt aus Bonn

für seine Arbeiten

Band Visibility in High-Resolution Optical Coherence Tomography Assessed
With a Custom Review Tool and Updated, Histology-Derived Nomenclature

Lukas Goerdt, Thomas A. Swain, Deepayan Kar, Gerald McGwin, Andreas Berlin, Mark E. Clark, Cynthia Owsley, Kenneth R. Sloan, Christine A. Curcio.
Trans. Vis. Sci. Tech. 2024;13(12):19

Extent and Topography of Subretinal Drusenoid Deposits Associate With Rod-Mediated Vision in Aging and AMD ALSTAR2 Baseline
Lukas Goerdt, Mohymina Amjad, Thomas A. Swain, Gerald McGwin, Mark E. Clark, Cynthia Owsley, Kenneth R. Sloan, Christine A. Curcio, Deepayan Kar.
Invest. Ophthalmol. Vis. Sci. 2024;65(10):25

Fluorescence Lifetime Imaging Ophthalmoscopy, Vision, and Chorioretinal Asymmetries in Aging and Age-Related Macular Degeneration: ALSTAR2
Lukas Goerdt, Mark E. Clark, Tracy N. Thomas, Liyan Gao, Gerald McGwin, Martin Hammer, Jason N. Crosson, Kenneth R. Sloan, Cynthia Owsley, Christine A. Curcio.
Invest. Ophthalmol. Vis. Sci. 2025;66(4):56

On behalf of the MACUSTAR consortium, Hyperreflective foci contiguous with the RPE associate with visual function in aging, early and intermediate AMD: MACUSTAR study report
Lukas Goerdt, Vanessa Basten, Jan H. Terheyden, Hannah Dunbar, Ulrich Luhmann, Nadia Zakaria , Sergio Leal, Klaus-Peter Moll, Stephen Poor, Adnan Tufail, Matthias Schmid, Robert P. Finger, Steffen Schmitz-Valckenberg,
Frank G. Holz, Marlene Saßmannshausen.
Am. J. Ophthalmol. 2026 (in print) https://doi.org/10.1016/j.ajo.2026.03.020

Herr Dr. Goerdt hat durch eine Reihe herausragender wissenschaftlicher Arbeiten wesentliche Beiträge zum Verständnis der Pathophysiologie und funktionellen Relevanz struktureller Biomarker bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) geleistet. Die hier prämierten Arbeiten zeichnen sich durch eine innovative Kombination aus multimodaler Bildgebung, quantitativer Analyse und funktioneller Validierung aus und adressieren zentrale Fragestellungen der translationalen Netzhautforschung.

Einen methodischen Grundpfeiler bildet die von Herrn Dr. Goerdt maßgeblich entwickel­te, histologisch fundierte Nomenklatur für hochauflösende OCT-Bildgebung (<3 μm). Durch die Identifikation und standardisierte Beschreibung bislang nicht differenzierter retinaler Substrukturen schafft diese Arbeit eine wichtige Grundlage für zukünftige Struktur-Funktions-Analysen und die Entwicklung präziser Bildgebungsbiomarker.

Zudem konnte Herr Dr. Goerdt in einer Arbeit zur Quantifizierung subretinaler drusenoider Ablagerungen (SDD) mittels Deep Learning zeigen, dass insbesondere die topografische Ausdehnung dieser Läsionen eng mit der stäbchenvermittelten Dunkeladaption (RMDA) korreliert. Diese Ergebnisse liefern entscheidende Hinweise auf krankheitsrelevante Mechanismen bei AMD.

Ergänzend hierzu konnte er mithilfe der Fluoreszenz-Lebensdauer-Bildgebung (FLIO) zeigen, dass metabolische Veränderungen der Netzhaut eine ausgeprägte räumliche Asymmetrie aufweisen und eng mit der RMDA korrelieren. Diese Arbeit trägt zur funktio­nellen Interpretation neuer bildgebender Verfahren bei und eröffnet neue Perspektiven für die Früherkennung und Risikostratifizierung.

In einer weiteren veröffentlichten Arbeit im Rahmen der MACUSTAR-Studie zeigte
Herr Dr. Goerdt, dass hyperreflektive Foci, welche noch am retinalen Pigmentepithel haften (rpeHRF), unabhängig von anderen strukturellen AMD-Biomarker, mit Einschränkungen in verschiedenen Sehfunktionen assoziiert sind und somit als potentieller prognostischer Biomarker sowie als Selektionskriterium für klinische Studien dienen können. Diese Ergebnisse sind von unmittelbarer Bedeutung für die Planung zukünftiger therapeutischer Studien bei frühen und intermediären Stadien der AMD.

Gemeinsam ist allen Arbeiten ein klarer translationaler Ansatz: Strukturelle und metabo­lische Veränderungen der Netzhaut werden systematisch mit funktionellen Parametern verknüpft, um klinisch relevante Biomarker für Krankheitsprogression und therapeutische Studien zu identifizieren. Herr Dr. Goerdt leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung früher diagnostischer und prognostischer Marker bei AMD.

Ein wichtiger Aspekt für die PRO RETINA-Familie ist, dass die Arbeiten von Herrn Dr. Goerdt sich über eine erhöhte Studienqualität durch Verbesserung von klinischen Endpunkten und Biomarkern zweifellos sehr positiv für die betroffenen Patienten hinsichtlich der Diagnostik und Therapie von AMD und anderen Makulopathien auswirken werden.

Zusammenfassend stellen die eingereichten Arbeiten eine inhaltlich kohärente und wissen­schaftlich exzellente Forschungsleistung dar, die sowohl methodisch und klinisch als auch für die betroffenen Patienten von hoher Relevanz ist.

Dr. Lukas Goerdt

Julius Springer-Preis für Ophthalmologie

Stifter: Springer Medizin Verlag GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn/Vorsitz)
Prof. Dr. Maria-Andreea Gamulescu (Regensburg)
Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt)
Prof. Dr. Wolf A. Lagrèze (Freiburg)

Grußwort

Michal Meyer zu Tittingdorf, Senior Editor Die Ophthalmologie

Zum 19. Mal vergibt Springer Medizin in diesem Jahr den Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie, eine Auszeichnung für eine exzellente wissenschaftliche Arbeit, die in
der Rubrik „Originalien“ der Fachzeitschrift Die Ophthalmologie innerhalb der letzten
zwölf Monate veröffentlicht wurde. Der Preis ist mit 2.500 € dotiert.

Warum engagiert sich Springer Medizin mit einem solchen Preis?

Springer Medizin – Teil von Springer Nature – steht für hochwertige medizinische Fachinformationen im deutschsprachigen Raum. Mit über 100 Fachzeitschriften und digitalen Angeboten wie SpringerMedizin.de oder e.Medpedia ist unser Ziel klar:
Wissen verbreiten, Forschung fördern, Fortschritt ermöglichen.

Auch im Bereich der Augenheilkunde möchten wir gezielt Impulse setzen. Deshalb
verleihen wir jährlich den Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie – benannt nach dem Verlagsgründer Julius Springer, der 1842 in Berlin den Grundstein für einen der weltweit führenden Wissenschaftsverlage legte. Sein Anspruch, Wissenschaft zugänglich zu machen, prägt uns bis heute.

In diesem Jahr hat die vierköpfige Jury eine Arbeit ausgezeichnet, die exemplarisch zeigt, wie wissenschaftliche Exzellenz, klinische Relevanz und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden werden können.

Das Team um Herrn Dr. Maga widmet sich einer vermeintlich kleinen Fragestellung
des klinischen Alltags: der Wahl zwischen Einweg- und Mehrwegmesskörpern bei der Goldmann-Applanationstonometrie. Doch gerade darin liegt die Stärke der Studie: Die Autorinnen und Autoren zeigen, dass Nachhaltigkeit durch die kritische Betrachtung alltäglicher medizinischer Prozesse möglich ist, und liefern konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Wir freuen uns sehr, den Preis im Rahmen des DOG-Kongresses 2026 überreichen zu dürfen und gratulieren Herrn Dr. Maga und seinem Team herzlich zu dieser wichtigen Forschungsarbeit!

Dr.-Ing. Daniel Maga
Oberhausen

Laudatio

Prof. Dr. Frank G. Holz, Schriftleiter Die Ophthalmologie

Der Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie 2026 wird vergeben an

Herrn Dr.-Ing. Daniel Maga aus Oberhausen

für die Arbeit:

Ökologischer Vergleich von Einweg- und Mehrwegmesskörpern für die Applanationstonometrie nach Goldmann

Daniel Maga · Claudia Mariela Maga · Eva Rühl · Bettina Hohberger
Ophthalmologie 2026 · 123:288–297

Die Autoren untersuchen den ökologischen Einfluss von Einweg- und Mehrwegmesskörpern für die Goldmann-Applanationstonometrie, dem Goldstandard zur Messung des intra-okularen Drucks in der Glaukomdiagnostik. Mithilfe einer standardisierten Life-Cycle-Assessment-Analyse (ISO 14040/44) wurden Herstellung, Transport, Nutzung, Desinfektion und Entsorgung beider Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus bewertet, um das Nachhaltigkeitspotenzial der ophthalmologischen Routineversorgung zu quantifizieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass Mehrwegmesskörper die Treibhausgasemissionen pro Messung um 44 % (5,6 g CO₂-Äquivalente) reduzieren und insgesamt 35 % geringere Umweltwirkungen verursachen als Einwegprodukte. Während bei Einwegmesskörpern Herstellung und Entsorgung der Kunststoffe dominieren, entstehen die wesentlichen Umweltbelastungen der Mehrwegvariante durch Desinfektionsflaschen und Papiertücher. Die Autoren identifizieren damit konkrete ökologische Hotspots und leiten praxisnahe Optimierungsmöglichkeiten für den klinischen Alltag ab.

Durch die Übertragung der Ergebnisse auf eine universitäre Glaukomsprechstunde und die Versorgung in Deutschland wird die hohe praktische Relevanz der Arbeit deutlich. Gleich-zeitig zeigen die Autoren, dass bei leitliniengerechter Desinfektion kein erhöhtes Infektions-risiko besteht und Nachhaltigkeit ohne Einbußen der Patientensicherheit umgesetzt werden kann.

Die Studie stellt so einen wichtigen, praxisrelevanten Beitrag zur nachhaltigen Ophthal-mologie dar. Sie basiert auf einer international anerkannten und transparenten Methodik, berücksichtigt neben dem CO₂-Fußabdruck zahlreiche weitere Umweltwirkungskategorien und liefert eine evidenzbasierte Nachhaltigkeitsbewertung eines zentralen diagnostischen Verfahrens der Glaukomversorgung. Die Fragestellung ist hochaktuell, die Methodik wissenschaftlich fundiert und die Ergebnisse besitzen unmittelbare Relevanz für die zukünftige nachhaltige Gestaltung der augenärztlichen Versorgung.

Die Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Ophthalmologie und zeigt eindrucksvoll, dass ökologische Aspekte evidenzbasiert in die augenärztliche Versorgung integriert werden können. Die Fragestellung ist hochaktuell, die Methodik der Life-Cycle-Assessment-Analyse wissenschaftlich fundiert und die Ergebnisse besitzen eine unmittelbare Relevanz für die zukünftige nachhaltige Gestaltung der Glaukomversorgung.

Herrn Dr. Daniel Maga und den Koautorinnen Frau Dr. Claudia Mariela Maga, Frau Dr. Dr. Eva Rühl und Frau PD Dr. Dr. Bettina Hohberger gratulieren wir herzlich zu dieser hervorragenden interdisziplinären Arbeit und zum diesjährigen Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie.

Dr. -Ing. Daniel Maga

Leonhard-Klein-Preis

Stifter: Leonhard-Klein-Stiftung

Jurymitglieder

Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach (Ludwigshafen/Vorsitz)
Prof. Dr. Anja K. Eckstein (Essen)
Prof. Dr. Siegfried G. Priglinger (München)

PD Dr. Somar Hasan
München

Laudatio

Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach, Juryvorsitzender

Mit diesem Preis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, deren Arbeiten durch Innovation, wissenschaftliche Exzellenz und einen unmittelbaren Nutzen für die klinische Praxis überzeugen.

Genau diese Kriterien erfüllt das wissenschaftliche Werk von

Herrn PD Dr. Somar Hasan aus Mannheim

in herausragender Weise.

Der berufliche Weg von Herrn Privatdozent Hasan zeugt von außerordentlichem Engagement und internationaler Erfahrung. Nach dem Medizinstudium und der Facharzt-ausbildung an der Universität Damaskus führte ihn sein weiterer Weg über Halle und die Universitätsaugenklinik Jena, wo er sich zum Oberarzt und anerkannten Glaukomchirurgen entwickelte. Nach der Promotion, der Habilitation und der Verleihung der Venia Legendi ist er heute Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Universitätsaugenklinik Mannheim.

Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten liegt auf der filtrierenden Glaukom-chirurgie und der objektiven Beurteilung postoperativer Wundheilungsprozesse, also einem „Schlüsselthema“ der Glaukomchirurgie, denn der langfristige Erfolg dieser Eingriffe wird entscheidend durch die Morphologie des Sickerkissens bestimmt. Umso erstaunlicher, dass deren Bewertung bislang jedoch weitgehend auf subjektiven klinischen Eindrücken beruhte.

Privatdozent Dr. Hasan hat dieses Gebiet nun entscheidend weiterentwickelt. Er etablierte erstmals eine systematische, flächendeckende Analyse der Sickerkissen-Morphologie mittels Vorderabschnitts-OCT und entwickelte ein innovatives OCT-basiertes Klassifikationssystem, das eine standardisierte, reproduzierbare und verfahrens-übergreifende Beurteilung ermöglicht.

Seine Arbeiten konnten zeigen, dass unterschiedliche filtrierende Operationsverfahren charakteristische morphologische Muster und Wundheilungsreaktionen aufweisen. Darüber hinaus identifizierte er erstmals morphologische Parameter mit prognostischer Bedeutung, die eine frühzeitige Erkennung ungünstiger Heilungsverläufe ermöglichen und damit die Grundlage für eine individualisierte postoperative Therapie schaffen.

Mit seinem in der Routine anwendbaren Klassifikationssystem hat der Preisträger nicht nur ein wertvolles Instrument für die klinische Versorgung entwickelt, sondern zugleich eine standardisierte Basis für zukünftige wissenschaftliche Studien geschaffen. Seine Arbeiten besitzen darüber hinaus großes Potenzial für den Einsatz moderner KI-gestützter Bildanalyse und die Weiterentwicklung einer hochpräzisen Glaukomchirurgie.

Die Forschung von Privatdozent Dr. Hasan verbindet wissenschaftliche Originalität mit hoher klinischer Relevanz und leistet einen nachhaltigen Beitrag zum besseren Verständnis der Wundheilung nach filtrierenden Glaukomoperationen. Sie wird die postoperative Beurteilung und Behandlung dieser Patientinnen und Patienten langfristig prägen.

Zu dieser herausragenden wissenschaftlichen Leistung gratulieren wir sehr herzlich.

PD Dr. Somar Hasan

Margarete Kramer Best-Abstract-Preis der AG Young DOG

Stifter: Margartete Kramer

Dr. Majd Zitoun
Kiel

Laudatio

Jurymitglieder:

PD Dr. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen/Vorsitz)
Dr. Maximilian Hamann (Hannover)
Dr. Antonia Howaldt (Köln)
Dr. Sven Schnichels (Tübingen)

Die Arbeitsgemeinschaft Young DOG verleiht jährlich einen Preis für das beste zum Kongress eingereichte Abstract.

Mit diesem Preis sollen herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Augenärzte und Wissenschaftler aus dem gesamten Gebiet der Augenheilkunde gewürdigt werden.

Die Bewertung der eingereichten Abstracts erfolgt durch das Gutachterpanel der DOG. Auf Basis dieser Vorbewertung trifft die AG Young DOG die finale Auswahl.

In diesem Jahr wird

Herr Dr. Majd Zitoun aus Kiel

für sein Abstract

Deep-Learning-gestützte Prädiktion einer manifesten chronischen CCS auf Basis der Aderhaut

ausgezeichnet.

Dr. Majd Zitoun

Nachwuchspreis für wissenschaftliche Publikationen der DOG-Sektion Genetik

gestiftet von der DOG-Sektion Genetik

Jurymitglieder

Prof. Dr. Katarina Stingl (Tübingen/Vorsitz mit Stimmenthaltung)
Prof. Dr. Ulrich Kellner (Siegburg)
Prof. Dr. Birgit Lorenz (Bonn)
Prof. Dr. Claudia Priglinger (München)
Prof. Dr. Dr. Knut Stieger (Gießen)
Prof. Dr. Stylianos Michalakis (München)

Franziska Köller
Homburg/Saar

Laudatio

Prof. Dr. Katarina Stingl, Juryvorsitzende

Wir freuen uns, den Nachwuchspreis für wissenschaftliche Publikationen der Sektion Genetik in diesem Jahr gleich dreimal zu vergeben an:

Frau Anna Franziska Köller aus Homburg/Saar

mit der Arbeit

Alterations of Photoreceptor Synaptic Ribbons in the
Retina of a Human Patient With Oculocutaneous Albinism
Type 1 (OCA1)
Köller AF, Käsmann-Kellner B, Benseler F, Tschernig T, Löw U, Maxeiner S,
Schwarz K, Brose N, Geerling G, Seitz B, Schmitz F. Alterations of Photoreceptor
Synaptic Ribbons in the Retina of a Human Patient With Oculocutaneous Albinism
Type 1 (OCA1).
Invest Ophthalmol Vis Sci. 2025 Oct 1;66(13):14. doi: 10.1167/iovs.66.13.14.

Anna Franziska Köller ist approbierte Ärztin und hat ihr Humanmedizinstudium an
der Universität des Saarlandes absolviert. Sie arbeitet als Weiterbildungsassistentin Allgemeinchirurgie – Viszeralchirurgie mit der Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin
in der Ammerland-Klinik Westerstede. Frau Köller ist wissenschaftlich am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität des Saarlandes tätig, wo sie ihre Dissertation bearbeitet.

In der Publikation „Alterations of Photoreceptor Synaptic Ribbons in the Retina of a Human Patient With Oculocutaneous Albinism Type 1 (OCA1)“ hat Frau Köller am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der Universität in Saarland an einer menschlichen Netzhaut eines Betroffenen mit okulokutanem Albinismus (OCA1) untersucht, ob Veränderungen der Synapsen zu finden sind, wie sie bereits von Albinomäusen mit einem Defekt im Tyrosinase-Gen beschrieben worden sind. Diese Fragestellung ist in der klinischen Forschung von Interesse, denn genetische Pigmentstörungen im sensorischen Bereich führen zu Alterationen der Signalverarbeitung im visuellen und auditorischen System. Die kausalen Pathomechanismen rücken das Verständnis der sgn. synaptischen Ribbons der Netzhaut und das Verständnis der RIBEYE Proteintranskription in den Vordergrund. Frau Köller untersuchte die Spendernetzhaut mittels Immunmarkierung
auf licht- und elektronenmikroskopischer Ebene, Transmissionselektronenmikroskopie sowie durch genomische DNA-Sequenzierung des RIBEYE/CtBP2-Gens im Vergleich zu gesunden menschlichen Kontrollproben. Im Kontrast mit der morphologisch regelrechten Netzhaut bei OCA1 waren die synaptischen Ribbons deutlich verkleinert. Die beobachteten Veränderungen der synaptischen Ribbons bei okulokutanem Albinismus sind wahrscheinlich als indirekte Folgen der gestörten Melanin-Biosynthese zu sehen. Warum diese Veränderungen zu beobachten sind, wird in der Arbeit detailliert diskutiert.

Durch diese Arbeit von Frau Köller wird eindeutig, wie wichtig es ist, die molekularen Mechanismen weiter zu erforschen, welche genetischen Defekte wie Albinismus mit Funktionsstörungen der Sehbahn und der synaptischen Veränderungen in der Sehbahn verknüpfen. Ein tieferes Verständnis ist nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung neuartiger therapeutischer Strategien für Patienten mit genetisch bedingten Pigmentierungsstörungen von Interesse, sondern auch für das allgemeine Verständnis von Synapsenfunktions-störungen der Photorezeptoren bei erblich bedingten Krankheiten.

Franziska Köller

Dr. Jonathan Meinke
Bonn

Laudatio

Prof. Dr. Katarina Stingl, Juryvorsitzende

Wir freuen uns, die Nachwuchspreise für wissenschaftliche Publikationen der Sektion Genetik in diesem Jahr für drei großartige Arbeiten verleihen zu dürfen.

Herr Dr. Jonathan Meinke aus Bonn

mit der Arbeit


High-Resolution Optical Coherence Tomography Correlates
of Peau d’Orange in Pseudoxanthoma Elasticum
publiziert in JAMA Ophthalmology

Meinke J, Raming K, Kessler C, Holz FG, Pfau M, Pfau K. High-Resolution Optical Coherence Tomography Correlates of Peau d’Orange in Pseudoxanthoma Elasticum. JAMA Ophthalmol. 2025 Dec 1;143(12):1025-1032. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2025.4031.

Dr. Jonathan Meinke ist seit 2023 als Arzt in Weiterbildung an der Universitäts-Augenklinik Bonn tätig, sein Medizinstudium hat Herr Meinke in Bonn absolviert mit einer experimentellen Doktorarbeit im Bereich der Hepatologie. Im Bereich der Augenheilkunde kann Dr. Meinke trotz der frühen Karrierephase bereits eine reiche Liste von Publikationen zu Themen aus der Augenheilkunde vorweisen, einschließlich Arbeiten aus dem Bereich erblich bedingter Netzhauterkrankungen und der Ophthalmopathologie. Darüber hinaus koordiniert er eine Kohortenstudie mit über 50 Patientinnen und Patienten mit Pseudoxanthoma elasticum an der Bonner Augenklinik.

In der Publikation „High-Resolution Optical Coherence Tomography Correlates of Peau d’Orange in Pseudoxanthoma Elasticum“ ist es Dr. Meinke gelungen,das klinische Phänomen der Peau d’Orange bei Pseudoxanthoma elasticum mithilfe einer neuen, innovativen High-Resolution OCT-Technologie präzise strukturell zu charakterisieren. Die Publikation weist neben anderen Veränderungen mittels high-resolution OCT insbesondere und erstmals nach, dass die Kalzifizierungen der Bruch´schen Membran, die bei Pseudoxanthoma elasticum auftreten, auch mittels klinischer Bildgebung in vivo dargestellt werden können. Die Publikation identifiziert ebenfalls wichtigen potentiellen strukturellen Biomarker für den Krankheitsverlauf und Therapiestudien bei Pseudoxanthoma elasticum.

Die Ergebnisse leisten einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Bruch-Membran-Pathologie bei Pseudoxanthoma elasticum und besitzen sowohl diagnostische als auch perspektivisch therapeutische Relevanz.

Dr. Jonathan Meinke

Dr. Lasse Wolfram
Tübingen

Laudatio

Prof. Dr. Katarina Stingl, Juryvorsitzende

Wir freuen uns, die Nachwuchspreise für wissenschaftliche Publikationen der Sektion Genetik in diesem Jahr für drei großartige Arbeiten verleihen zu dürfen.

Mild RPE65-Associated Inherited Retinal Dystrophies:
A Multimodal Clinical and Genetic Evaluation

publiziert in Translational Vision Science and Technology


Wolfram L, Merle DA, Kühlewein L, Kempf M, Stingl K, Kohl S, Stingl K.
Mild RPE65-Associated Inherited Retinal Dystrophies: A Multimodal Clinical and
Genetic Evaluation.
Transl Vis Sci Technol. 2025 Nov 3;14(11):24. doi: 10.1167/tvst.14.11.24

Dr. Lasse Wolfram ist Augenarzt an der Universitäts-Augenklinik in Tübingen, der sich schwerpunkmäßig mit Netzhauterkrankungen beschäftigt und bereits in seiner Weiterbildung eine intensive Ausbildung in der Spezialsprechstunde für Erbliche Netzhautdegenerationen erhalten hat. Dr. Wolfram hat seine Facharztprüfung im Jahr 2026 erfolgreich abgelegt und beteiligt sich fachärztlich und wissenschaftlich in der Betreuung der Netzhautdystrophien, seltener Augenerkrankungen und klinischer Studien. Seine fachlichen und wissenschaft-lichen Kompetenzen können in seiner Publikationsliste aus dem Bereich genetischer Netzhautdegenerationen belegt werden.

In der Publikation „Mild RPE65-Associated Inherited Retinal Dystrophies: A Multimodal Clinical and Genetic Evaluation“ hat Dr. Wolfram eine Kohorte sehr seltener Fälle multimodal beschrieben, die zwar an einer RPE65-asoziierten Netzhautdystrophie leiden, aber phänotpyisch am sehr milden Ende des Spektrums liegen. Diese Fälle werden wegen fehlender Zapfendysfunktion oft als lediglich kongenitale stationäre Nachtblindheit (CSNB) diagnostiziert, weswegen die potentielle Progression oder Eignung zur Gentherapie untergehen kann. Eine sehr detailliert multimodale metabolisch-strukturell-funktionelle Charakterisierung dieser Fälle zeigt jedoch, dass frühe Zeichen einer lokalen Netzhautdysfunktion mit spezieller Diagnostik aufgedeckt werden können.

Mit dieser Arbeit ist es Herrn Dr. Wolfram gelungen, das Spektrum der RPE65-assoziierten Netzhautdystrophien zu erweitern und genauer ophthalmologisch diagnostisch einzuordnen. Die Arbeit unterstreicht die Variabilität dieser Netzhautdystrophien, die für eine gen-therapeutische Behandlung in Betracht gezogen werden können, sowie den Stellenwert
der multimodalen Diagnostik bei der Unterscheidung zwischen stationären, hypomorphen Ausprägungen und progredienten Verlaufsformen. Die Arbeit ist ein wertvoller Beitrag für eine angemessene Patientenberatung, die Beurteilung der Eignung für eine Therapie sowie die langfristige Betreuung von Patienten mit RPE65-asoziierten Netzhautdystrophien.

Dr. Lasse Wolfram

Nachwuchspreis für wissenschaftliche Publikationen
der DOG-Sektion ophthalmologische Onkologie

Stifter: Immunocore Ireland Limited

Jurymitglieder

Prof. Dr. Martina C. Herwig-Carl (Bonn/Vorsitz)

PD Dr. Miltiadis Fiorentzis (Lübeck)
Dr. Ebba Nissen (Rostock)
PD Dr. Alexander C. Rokohl (Köln)

Dr. Martin Kowalski
Tübingen

Laudatio

Prof. Dr. Martina C. Herwig-Carl, Juryvorsitzende

Der Nachwuchspreis der DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie für wissenschaftliche Publikationen wird vergeben an

Herrn Dr. Martin Kowalski aus Tübingen

für die Arbeit:

DECODE VRL Report No. 1:
Lymphocyte Survival After Diagnostic Vitrectomy – Does Size Matter?

Kowalski M, Kakkassery V, Merle DA, Heubach F, Athanasiou A, Dimopoulos S, Paigin S, Fend F, Bartz-Schmidt KU, Kortuem FC.

Transl Vis Sci Technol. 2026 Jan 5;15(1):31. oi:10.1167/tvst.15.1.31.

Die eingereichte Originalarbeit geht der Fragestellung nach, wie sich die Gauge-Größe
und Schnittrate bei der diagnostischen Vitrektomie auf das Überleben von Lymphozyten
und MYD88-positiven Lymphomzellen auswirkt. Die Untersuchungen wurden in einem standardisierten in-vitro-Modell durchgeführt. Die Analyse der Zellviabilität erfolgte mittels Durchflusszytometrie.

Herr Dr. Kolwaski konnte zeigen, dass die Größe des Vitrektomie-Lumens einen signifikanten Einfluss auf die Überlebensrate der Lymphomzellen hatte, während eine unterschiedliche hohe Schnittrate nicht zu signifikanten Unterschieden führte. In gesunden Kontroll-Lymphozyten zeigte sich kein Unterschied auf die Zellviabilität in Abhängigkeit des Vitrektomie-Lumens und der Schnittrate. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass Tumorzellen andere Eigenschaften als nicht-entartete Zellen aufweisen und dies auch für die Diagnostik hochrelevant ist. Auf Basis ihrer Ergebnisse empfehlen die Autoren, 23G- oder 25G-Cutter für die diagnostische Vitrektomie zu benutzen. Das Studienprotokoll der Autoren wurde dementsprechend modifiziert.

Nicht-diagnostische Glaskörperproben sind beim vitreoretinalen Lymphom nicht ungewöhnlich und führen zu einer verzögerten Diagnosestellung sowie einer erhöhten operativen Belastung durch Wiederholungseingriffe für den Patienten. Insbesondere
bei Verdacht auf ein vitreoretinales Lymphom ist die Probengewinnung essenziell für
die weitere Diagnostik und jeder Teilschritt, der eine Optimierung bringt, ist wichtig. Die Arbeit von Dr. Kowalski leistet daher einen praxisrelevanten Beitrag mit dem Ziel, die zu analysierende Zellzahl, die im Rahmen der diagnostischen Vitrektomie gewonnen wird,
zu verbessern und eine zuverlässige Lymphomdiagnostik zu ermöglichen.

Die Jury wählte daher einstimmig Herrn Dr. Kowalski als Preisträger des Nachwuchspreises der DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie für wissenschaftliche Publikationen.

Wir gratulieren im Namen der Sektion dem Preisträger sehr herzlich zu seiner Veröffentlichung und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg bei seiner klinischen
und wissenschaftlichen Arbeit.

Dr. Martin Kowalski

Senator Hermann-Wacker Preis

Stifter: Hermann-Wacker-Fonds

Juryvorsitzende

Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf/Vorsitz)
Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg)
Prof. Dr. Ramin Khoramnia (Dresden)
Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg)
Prof. Dr. Katarina Stingl (Tübingen)

Grußwort

Susanne Wacker-Waldmann, München

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Jury und sehr geehrte Preisträger,

mein Großvater Hermann Wacker, der vor ca. 50 Jahren den „Hermann Wacker Fonds“, gründete, aus dem sich in der Folge drei Arten von Preisen entwickelten, war selbst Opfer der damals hinsichtlich Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten noch nicht erforschten Netzhautablösung. Zu dieser Zeit gab es für ihn noch keine Hilfe und er verlor sein Augenlicht.

Mit der fachlichen Unterstützung von damals renommierten Professoren der Augenheilkunde begann er systematisch, „junge Leute“ einzubinden und deren Interesse für dieses aus seiner Sicht neue und forschungswürdige Gebiet zu wecken. Wie sich seit vielen Jahren herausstellt – und dies weltweit – hat er eine „medizinische Marktlücke“ angetroffen, auf deren Basis sowohl Geräte zur Diagnose und Therapie als auch operative Verfahren erfunden bzw. weiterentwickelt wurden. Die generellen Fortschritte in der Technik waren hier sicher auch gute „Steigbügel“.

Als nachkommende Generationen fühlt sich unsere Familie dem Werk von Hermann Wacker verpflichtet und setzt mit großem Interesse und finanziellen Zuwendungen die Förderung fort. Herzstücke der Stiftung sind nach wie vor die jährlich stattfindenden Wacker-Kurse in den Universitätsaugenkliniken Essen und München, die sowohl wichtiges Basiswissen als auch vertiefende therapeutische und operative Kompetenzen im Bereich der Retinologie jungen Ärzten in der Ausbildung bzw. bereits praktisch tätigen Kollegen vermitteln sollen. Zusätzlich zu diesen Aktivitäten entstand in der Universitätsaugenklinik Kiel ein retinologisches Diagnostikzentrum mit modernster Geräteausstattung; weiterhin wurde dort seit Mai 2013 eine Stiftungsprofessur für Experimentelle Retinologie eingerichtet. Im Rahmen der Christian Wacker Stiftung finden in Kiel auch seit 2019 jährliche Wacker-Kurse im Bereich der Kinderaugenheilkunde statt.

Unserer Familie ist es auch so viele Jahre nach Gründung der Stiftung durch Hermann Wacker wichtig, ohne Eigennutz die Inhalte des Fonds weiterzuverfolgen, zu intensivieren, den medizinischen Erfordernissen in diesem Forschungsbereich, der sich nicht mehr nur auf die Netzhauterkrankung alleine bezieht, anzupassen und damit weiterhin den Fortschritt in der Retinologie zu fördern.

Dieses Jahr haben wir die Gelegenheit, den „Senator-Hermann-Wacker-Preis“ zu vergeben, den es nur alle vier Jahre gibt. Er ist mit 10.000 € dotiert und ist für herausragende wissenschaftliche Arbeiten, vorzugsweise aus dem deutschsprachigen Raum, vorgesehen. Es sind dies solche Arbeiten, die – basierend auf neuesten Forschungsergebnissen – entscheidende Impulse für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze und Behandlungsoptionen für die Patienten im Bereich der Netzhaut-Aderhauterkrankungen setzen. Da es zwei hervorstechende Arbeiten im Bereich der Retinologie gab, wird der Preis in diesem Jahr an zwei Forschende vergeben, die sich die Auszeichnung teilen werden. So sind Frau Dr. Myriam Böck aus München und Herr Dr. Broder Poschkamp aus Greifswald ausgewählt worden. Dies verdient Hochachtung und fachlichen Respekt.

Jedoch nicht nur die wissenschaftliche Arbeit der Preisträger ist zu loben, sondern auch die Leistung einer höchst qualifizierten Jury, über all die eingegangenen Forschungsarbeiten zu entscheiden, bedarf eines großen „Dankeschöns“!

Wir freuen uns auf weiterhin gute Forschungsergebnisse, praktische Anwendungs-möglichkeiten, viele geheilte oder zumindest gesundheitlich gebesserte Patienten und nicht zuletzt Spenden in den Fonds. Ihnen beiden, Frau Dr. Böck und Herr Dr. Poschkamp, herzlichen Glückwunsch und alles Gute für Ihre weitere berufliche Zukunft. Es ist uns eine Ehre, Ihnen den Senator-Hermann-Wacker-Preis verleihen zu dürfen.

Dr. Myriam Böck
München

Grundlagenwissenschaftlicher Preis

Laudatio

Prof. Dr. Gerd Geerling, Juryvorsitzender

Der Senator-Hermann-Wacker-Fonds-Preis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Augenheilkunde wird angesichts zweier gleichermaßen herausragender Bewerbungen in diesem Jahr geteilt:

Frau Dr. Myriam Böck

Assistenzärztin an der Augenklinik der LMU München, wird für ihre Arbeit

Combined dietary omega-3 and omega-6 fatty acids protect against hyperglycemia-associated retinopathy in neonatal mice
Pharmacological Research, 2025

ausgezeichnet, entstanden als Erstautorin während ihres Postdoktorats im Labor von Prof. Lois E. H. Smith am Boston Children’s Hospital, Harvard Medical School.  

Die Arbeit untersucht die kombinierte Gabe von Docosahexaensäure (DHA) und Arachidonsäure (ARA) bei der Frühgeborenenretinopathie (ROP). Diese Kombinations-therapie erwies sich bereits in klinischen Studien als wirksamer in der Prävention einer schweren ROP als DHA allein. Frau Böck übertrug diese klinische Beobachtung in ein murines Modell der Hyperglykämie-assoziierten Retinopathie und zeigte, dass eine maternale DHA+ARA-Diät (1:2) die physiologische retinale Gefäßentwicklung gegenüber reiner DHA-Gabe signifikant fördert. Durch retinale Proteomanalysen identifizierte sie eine gesteigerte Atmungskettenaktivität und einen verbesserten Glukosestoffwechsel als die relevanten Mechanismen für den retinalen Schutzeffekt.

Methodisch kamen dabei Fettsäureprofilierung und Proteomik zum Einsatz und halfen bei der Einordnung der klinischen Studienergebnisse. Die Arbeit liefert damit erstmals eine mechanistische Erklärung für einen klinisch bereits etablierten Therapieeffekt und weist den Weg zu einer gezielteren, metabolisch begründeten ROP-Prävention.

Frau Dr. Böck wurde für ihre summa cum laude-Promotion und ihre bisherigen Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet u. a. mit dem DOG-Retina-Preis und war Alumna der Studienstiftung des deutschen Volkes. Die DOG gratuliert ihr zu dieser exzellenten Arbeit und ehrt eine Nachwuchswissenschaftlerin, die grundlagenwissenschaftliche Exzellenz mit klarem translationalem Anspruch verbindet.

Dr. Myriam Böck

Dr. Broder Poschkamp
Greifswald

Klinischer Preis

Laudatio

Der Senator-Hermann-Wacker-Fonds-Preis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Augenheilkunde wird angesichts zweier gleichermaßen herausragender Bewerbungen in diesem Jahr geteilt:

Herr Dr. Broder Poschkamp aus Greifswald

Clinician Scientist und Assistenzarzt der Universitätsaugenklinik Greifswald, wird für seine Arbeit

Customizing AI-based screening with real-world data: Practical insights from diabetic retinopathy
Acta Ophthalmologica, 2026

ausgezeichnet, die in Zusammenarbeit mit dem Diabeteszentrum Karlsburg entstand.


Die Arbeit untersucht an 1716 konsekutiv eingeschlossenen Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus, wie sich zwei etablierte KI-Screening-Algorithmen für diabetische Retinopathie (IDx-DR und Thirona RetCAD) unter realen Versorgungsbedingungen bewähren. Dabei wurden auch alle Fälle mit nicht auswertbaren oder fehlenden Bildern eingeschlossen, die in Zulassungsstudien meist ausgeklammert wurden. Herr Poschkamp zeigt, dass die Sensitivität dieser Algorithmen im Versorgungsalltag erheblich niedriger ausfällt, sobald diese Fälle einbezogen werden. Besonders innovativ ist eine von ihm entwickelte „Greifswald-Modifikation“, die den RetCAD-Algorithmus mittels Youden-Index anpasst. Durch gezielte Schwellenwert-Anpassung konnte die Sensitivität für moderate
und schwerere Formen der diabetischen Retinopathie auf über 93 % gesteigert werden,
bei gleichzeitiger Reduktion der notwendigen augenärztlichen Untersuchungen um mehr
als die Hälfte.

Neben der methodischen Sorgfalt ist insbesondere der konsequente Blick auf die Versorgungsrealität und unmittelbare klinische Anwendbarkeit hervorzuheben. Die Arbeit liefert so ein übertragbares Konzept für die Implementierung von KI-Algorithmen in Screening-Programme. Sie ist damit auch von grundsätzlicher Bedeutung für die verantwortungsvolle Einführung künstlicher Intelligenz in die augenärztliche Versorgung.

Herr Poschkamp wurde ebenfalls mit summa cum laude promoviert, erwarb berufs-begleitend einen Master in Data Science and Management und bringt fundierte Kenntnisse in Bildverarbeitung und klinischer KI-Entwicklung ein. Er war bereits für einen Forschungs-aufenthalt zu KI in der Retinologie am Moorfields Eye Hospital/UCL London. Die DOG gratuliert Herrn Dr. Poschkamp zu dieser praxisrelevanten, methodisch vorbildlichen Arbeit, die eine Brücke zwischen künstlicher Intelligenz und realer Patientenversorgung schlägt.

Dr. Broder Poschkamp

Theodor-Axenfeld-Preis

Stifter: Georg Thieme Verlag

Jurymitglieder

Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach (Ludwigshafen)
PD Dr. Pascal Hasler (Basel)
Prof. Dr. Siegfried G. Priglinger (München)
Prof. Dr. Herbert Reitsamer (Salzburg)

Grußwort

Dr. h.c. Albrecht Hauff, Chairman & CEO Thieme Gruppe

Zu Ehren des renommierten Ophthalmologen und langjährigen Herausgebers (1900-1930) der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde – Theodor Axenfeld – verleiht die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft seit mehr als 80 Jahren den von Thieme gestifteten Theodor-Axenfeld-Preis der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde.

Dieser Theodor-Axenfeld-Preis wird seit 2019 jährlich verliehen. Er ehrt die beste Veröffentlichung der Klinischen Monatsblätter aus dem vergangenen Jahr. Die Jury besteht aus einem Vertreter der DOG, der SOG und der ÖOG sowie der Schriftleitung der Klinischen Monatsblätter. Sie wählt diejenige Arbeit aus, die wesentliche Fortschritte auf dem Gebiet der Augenheilkunde für den in der Klinik und Praxis tätigen Augenarzt erbracht hat. Der Theodor-Axenfeld-Preis ist mit 1.500 € dotiert.

Theodor Paul Polykarpos Axenfeld wurde am 24. Juni 1867 als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren und wuchs in Bad Godesberg auf. Er studierte in Marburg und Bonn Medizin und machte 1890 im Alter von 23 Jahren in Bonn sein Staatsexamen. Fünf Jahre später – 1895 – habilitierte er in Marburg mit der Arbeit „Über die eitrige metastatische Ophthalmie“. Von 1897–1901 lehrte er am Lehrstuhl für Augenheilkunde in Rostock und übernahm anschließend einen Lehrstuhl in Freiburg, dem er bis zu seinem Tod im Jahr 1930 treu blieb. Theodor Axenfeld war außerdem Vorsitzender der DOG und über die deutschen Grenzen hinaus ein anerkannter und geschätzter Ophthalmologe. Er trat bei ausländischen Kongressen als Ehrengast auf. Seine Bücher wurden unter anderem in Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch übersetzt.

Seine Karriere bei den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde begann Axenfeld im Jahre 1898 mit dem Redigieren von wissenschaftlichen Arbeiten. Ab 1900 war er 30 Jahre lang Herausgeber der Zeitschrift, prägte deren Inhalte und Ausrichtung und baute sie zu einem wichtigen Publikationsorgan in der Augenheilkunde aus.

Seine wissenschaftliche Arbeit widmete er vor allem bakteriellen Augenerkrankungen, aber auch allgemeinen Fragestellungen operativer Techniken, des Glaukoms, des Trachoms,
der Neuroophthalmologie und Orbitaerkrankungen. Zeitgleich mit dem französischen Ophthalmologen Victor Morax isolierte und beschrieb Axenfeld das Diplobakterium Morax-Axenfeld, dass die nach REden Entdeckern benannte Konjunktivitis verursacht. Ebenfalls nach ihm benannt ist die Axenfeldschleife.

Auch heute entwickeln Wissenschaftler mit ihrem Engagement und ihren Entdeckungen
die Augenheilkunde kontinuierlich weiter und sorgen dafür, dass die wachsende Zahl an Augenleiden besser behandelt werden kann.

Wir freuen uns, dass die Thieme Gruppe mit dem Theodor-Axenfeld-Preis wichtige und wegweisende Forschung im Bereich der Augenheilkunde unterstützen kann.

Zur Thieme Gruppe

Thieme ist marktführender Anbieter von Informationen und Services, die dazu beitragen, Gesundheit und Gesundheitsversorgung zu verbessern. Das Familienunternehmen entwickelt mit seinen über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern digitale und analoge Angebote in Medizin und Chemie. Die internationale Unternehmensgruppe mit weltweit
11 Standorten nutzt dafür ein breites Experten- und Partnernetzwerk sowie die qualitativ hochwertigen Inhalte aus über 200 Fachzeitschriften und 3500 Buchtiteln. Mit ihren Lösungsangeboten unterstützt Thieme relevante Informationsprozesse in der Wissenschaft, in Ausbildung und Patientenversorgung. Medizinstudierende, Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten, Kliniken, Krankenkassen sowie alle an Gesundheit Interessierten stehen hierbei im Mittelpunkt. Anspruch der Thieme Gruppe ist es, ihnen genau die Informationen, Services und Werkzeuge bereitzustellen, die sie in einer bestimmten Arbeitssituation oder Lebensphase benötigen. Durch die hohe Qualität und zielgruppenspezifische Relevanz der angebotenen Leistungen bereitet Thieme den Weg für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben

PD Dr. Annekatrin Rickmann
Sulzbach/Saar

Laudatio

Prof. Dr. Siegfried Priglinger, Schriftleiter

Die Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde sind mit ihrem mehr als 150-jährigen Bestehen die älteste kontinuierlich publizierte augenärztliche Fachzeitschrift der Welt und zugleich das offizielle Publikationsorgan der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Der Theodor-Axenfeld-Preis wird seit 1964 vom Georg Thieme Verlag verliehen und zeichnet jährlich eine wissenschaftliche Arbeit aus, die einen besonderen Fortschritt für Klinik und Praxis der Augenheilkunde darstellt. 

Es ist mir daher eine besondere Freude, heute im Namen der Schriftleitung der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde und des Georg Thieme Verlags den Theodor-Axenfeld-Preis 2026 zu verleihen.

Der Preis geht in diesem Jahr an

Frau PD Dr. Annekatrin Rickmann aus Sulzbach

und ihr Autorenteam für die Arbeit:

Preparation of Donor Tissue in Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK): Impact of Pseudophakic Donor Status on Clinical Outcomes,

erschienen in den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde im Jahr 2026. 

Die Descemet-Membran-Endothel-Keratoplastik, kurz DMEK, gilt heute als Goldstandard
bei endothelialen Hornhauterkrankungen. Gleichzeitig sehen wir uns weltweit mit einer zunehmenden Knappheit an geeigneten Spenderhornhäuten konfrontiert. Parallel steigt
der Anteil pseudophaker Spender kontinuierlich an. Die entscheidende Frage lautet daher: Können auch pseudophake Spenderhornhäute sicher und erfolgreich für die DMEK eingesetzt werden? Genau dieser klinisch hochrelevanten Fragestellung widmet sich die ausgezeichnete Arbeit. 

Besonders beeindruckend ist dabei der Umfang der Untersuchung. Die Autorinnen und Autoren analysierten 1.171 DMEK-Operationen mit einem Nachbeobachtungszeitraum von bis zu drei Jahren und verglichen systematisch phake mit pseudophaken Spendergeweben. Damit handelt es sich um eine der größten Analysen zu diesem Thema. 

Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes und für die klinische Praxis außerordentlich wertvolles Bild: Pseudophakes Spendergewebe ist technisch anspruchsvoller. Es kommt häufiger zu Geweberissen während der Präparation, häufiger muss auf eine manuelle Präparation umgestellt werden, und auch die Raten für Rebubbling und Re-Keratoplastik sind erhöht. 

Gleichzeitig liefert die Studie jedoch eine ausgesprochen wichtige Botschaft: Wenn
die Transplantation erfolgreich durchgeführt wird, unterscheiden sich die funktionellen Ergebnisse hinsichtlich Sehschärfe und Hornhautdicke langfristig nicht von denen phaker Spendergewebe. Damit widerlegt die Arbeit die häufig geäußerte Sorge, dass pseudophake Spenderhornhäute grundsätzlich zu schlechteren klinischen Ergebnissen führen würden. 

Besonders hervorzuheben ist dabei die ausgewogene Interpretation der Daten. Die Autoren verschweigen die technischen Herausforderungen keineswegs. Vielmehr zeigen sie, dass diese vor allem Erfahrung bei Präparation und Implantation erfordern. Gerade deshalb kommen sie zu einer praxisnahen Schlussfolgerung: Pseudophake Hornhäute sollten angesichts des zunehmenden Organmangels keineswegs verworfen, sondern als wertvolle zusätzliche Spenderquelle genutzt werden – vorausgesetzt, ihre Präparation erfolgt in erfahrenen Zentren oder spezialisierten Hornhautbanken. 

Diese Arbeit verbindet in vorbildlicher Weise wissenschaftliche Exaktheit mit unmittelbarer klinischer Relevanz. Sie liefert nicht nur neue Erkenntnisse über die Eigenschaften pseudophaker Spendergewebe, sondern eröffnet gleichzeitig konkrete Perspektiven, den verfügbaren Spenderpool sinnvoll zu erweitern und damit mehr Patientinnen und Patienten eine erfolgreiche DMEK zu ermöglichen. Genau diese Verbindung aus wissenschaftlicher Innovation, methodischer Qualität und unmittelbarem Nutzen für die klinische Versorgung entspricht in besonderer Weise dem Geist des Theodor-Axenfeld-Preises.

Im Namen des Preiskomitees, der Schriftleitung der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde und des Georg Thieme Verlags gratuliere ich Frau PD Dr. Annekatrin Rickmann und ihrem gesamten Autorenteam ganz herzlich zu dieser hervorragenden wissenschaftlichen Leistung und zum Theodor-Axenfeld-Preis 2026.


Herzlichen Glückwunsch!

PD Dr. Annekatrin Rickmann

Tropenophthalmologie-Preis

gestiftet vom Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit e.V.,
Ursapharm Arzneimittel GmbH, 1stQ Deutschland GmbH & Co. KG, OCULUS Optikgeräte GmbH


Jurymitglieder

Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock/Vorsitz)
Prof. Dr. Dr. Robert Patrick Finger (Mannheim)
Dr. Dr. Heiko Philippin (Freiburg)


Prof. Dr. Ngoy Janvier Kilangalanga
Kinshasa Limete/DRC

Laudatio

Prof. Dr. Rudolf Guthoff

Professor Janvier Kilangalanga was born on 2 January 1962 in Goma, the provincial capital of North Kivu in the east of the Democratic Republic of the Congo (DRC).

He studied medicine at the University of Kinshasa and completed his master’s degree in medicine (ophthalmology) at the University Hospital under the supervision of Professor David Kayembe Lubeji. Together with his mentor, he undertook further training in modern cataract surgery in India. He completed a fellowship in ophthalmology in Israel at the

Tel Aviv University.

He obtained a Trachoma Master Grader certificate and became the Principal Trachoma Trainer for all mapping activities in the country. He was trained by the WHO, MEACO and ICO in leadership development in ophthalmology for the DRC.

He is particularly interested in minimally invasive cataract surgery, ophthalmic
plastic surgery and all areas of paediatric ophthalmology. All aspects of ‘community eye health’ are particularly close to his heart. He undertook clinical placements at numerous university eye hospitals and private eye clinics, including those in Tel Aviv, Brussels, Rostock and France.

He travelled to all provinces teaching local ophthalmologists modern cataract surgery techniques under local circumstances. He further expanded the ophthalmology department at St Joseph’s Hospital in Kinshasa Limite and became its Medical Director in 2002. This department was established by Dr Emile Makwanga – himself a recipient of the DOG Tropical Ophthalmology Prize 20 years ago.

He was involved in the development of the Centre de Formation Ophtalmologique d’Afrique Central (CFOAC), which was conceived and established by Adrian Hopkins (MBE). He has been its CEO since 2017.

In 2024, he obtained his habilitation in ophthalmology at the Catholic University of Graben Butembo in the Democratic Republic of the Congo and was recently appointed Associate Professor there in 2025.

In addition to his many voluntary activities, Janvier Kilangalanga was President of the Congolese Ophthalmological Society and the Ophthalmological Society of Francophone Africa (SAFO).

He received numerous awards and honours from international organisations. His scientific output comprises more than 50 articles in international peer-reviewed journals.

His connection with the German ophthalmological community began through his collaboration with the University Eye Clinic in Rostock, in particular with Rudolf F. Guthoff, who was the Chair at the time. This developed into a friendship that continues to this day. He has been a member of the DOG since 2005.

We have known him since 2020 as the head of a team in Kinshasa that has established the most important referral centre for paediatric ophthalmology in the 20-million-megacity of Kinshasa and beyond. This collaboration led to the establishment of a paediatric focus at Hôpital Saint Josephs. Among other things, more than 1,500 children with bilateral cataracts have been operated on and received follow-up care there since 2003.

The German Society of Ophthalmology is proud to welcome Professor Kilangalanga as a participant in many DOG annual conferences and will present him with the Tropical Ophthalmology Prize in Berlin in 2026.

By awarding the Prize for Tropical Ophthalmology, our Society honours a dedicated doctor and successful researcher who carries out his work in a particularly challenging environment, trains young colleagues and has been closely associated with German ophthalmology for over 20 years.

Prof. Dr. Ngoy Janvier Kilangalanganer

Wissenschaftspreis der Stiftung Auge

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn/Vorsitz)

Prof. Dr. Claudia Auw-Hädrich (Basel)
Prof. Dr. Julia Biermann (Bielefeld)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Rainer Guthoff (Düsseldorf)
Prof. Dr. Stefan Lang (Brandenburg/Havel)
Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg)

Dr. Xiaosha Wang
Köln

Laudatio

Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitzender

Frau Dr. Xiaosha Wang aus Köln

erhält den diesjährigen Wissenschaftspreis der Stiftung Auge für ihre Arbeit

Comparative proteomic analysis of regenerative mechanisms in mouse retina
to identify markers for neuro‑regeneration in glaucoma

Scientific Reports 2024

Als Grundlage hebt die Autorin hervor, dass die Netzhaut Teil des zentralen Nervensystems (ZNS) ist. Sowohl Neuronen im ZNS als auch retinale Ganglienzellen regenerieren Axone typischerweise nicht spontan nach Verletzungen. Intrinsische axonale Wachstums-regulatoren, deren Interaktionen und Rolle, welche axonales Wachstum ermöglichen oder inhibieren, sind im Wesentlichen unbekannt.

In ihrer Arbeit charakterisiert Frau Wang molekulare Merkmale unter neuro-degenerativen und regenerativen Bedingungen. Massenspektrometrie wurde genutzt, um das Proteom
von regenerativer Netzhaut in 14 Tage alten Mäusen (Reg P14) und erwachsenen Mäusen nach Linsenverletzungen (Reg LI) zu bestimmen. Dabei wurde ein Wiederauswachsen von Axonen in vitro, unbehandelten erwachsenen Mäusen und in der Netzhaut von adulten Mäusen gefunden, nach erhöhtem intraokularen Druck über zwei Wochen mit nachfolgender Degeneration.

Insgesamt wurden 5750 Proteine detektiert. Proteine in beiden Reg‑P14‑ und Reg‑LI‑ Gruppen waren korreliert mit Schilddrüsenhormonen, Notch‑, Wnt‑ und VEGF‑Signalwegen. Häufige Interaktoren inklusive E1A‑binding protein P300 (EP300), CREB binding protein (CBP), Kalzium‑/Calmodulin‑abhängige Proteinkinase II alpha (CaMKIIa) und Sirtuin 1 (SIRT1) wurden sowohl in Reg‑P14‑ als auch in Reg‑LI‑Netzhäuten gefunden.

Die identifizierten Proteine sowohl in der regenerativen als auch in der degenerativen Gruppe waren mit Schilddrüsenhormonen, Notch, mRNA‑surveillance‑ und measles signaling pathways korreliert, zusammen mit PD‑L1‑Expression und PD‑1‑Checkpoint‑ Signalweg. Häufige Interaktoren sowohl bei regenerativen als auch degenerativen Netzhäuten umfassten das NF‑kappa‑B‑p65‑Subunit (RELA), RNA‑binding‑protein mit serin‑rich‑domain 1 (RNPS1), EP300 und SIN3‑Transkriptionsregulator‑Familien (SIN3A).

Die Ergebnisse der Studie liefern erstmals ein Mapping von regenerativen Mechanismen bei postnatalen, reifen und degenerativen Mausnetzhäuten. Damit wurden Biomarker

identifiziert, aus denen auf molekulare Targets geschlossen werden kann für eine therapeutische Neuroregenerations‑Therapie bei Glaukom.

Dr. Xiaosha Wang